CSU-Chef See­ho­fer holt sich Ver­stär­kung

Hin­ter­grund Ein „Stra­te­gie­team“soll künf­tig für „die gro­ßen Li­ni­en“zu­stän­dig sein

Donauwoerther Zeitung - - Bayern - VON ULI BACH­MEI­ER München

Ei­gent­lich ist in der CSU ja al­les ge­ord­net. Es gibt ei­nen Chef und vier Stell­ver­tre­ter, ei­nen Vor­stand und ein Prä­si­di­um. Und zwei­mal im Jahr muss sich die Füh­rung ei­nem Par­tei­tag stel­len. Doch aus Sicht des Vor­sit­zen­den Horst See­ho­fer reicht das in die­sen schwie­ri­gen Zei­ten nicht mehr aus. In den kom­men­den bei­den Jah­ren müss­ten zwei Wah­len – 2017 im Bund, 2018 in Bay­ern – vor­be­rei­tet und ein Ge­ne­ra­ti­ons­wech­sel or­ga­ni­siert wer­den. Des­halb will See­ho­fer sich nach dem Par­tei­tag im No­vem­ber ein „Stra­te­gie­team“ zu­sam­men stel­len, das ihn, wie er sagt, bei der Vor­be­rei­tung von Grund­satz­ent­schei­dun­gen un­ter­stüt­zen soll. Es ge­he, so See­ho­fer, um die „gro­ßen Li­ni­en und gro­ßen Wei­chen­stel­lun­gen“.

Ges­tern stell­te der CSU-Chef die Kern­trup­pe die­ses Stra­te­gie­teams vor. Statt vier soll es künf­tig fünf Stell­ver­tre­ter ge­ben. Ne­ben Land­tags­prä­si­den­tin Bar­ba­ra Stamm und Bun­des­land­wirt­schafts­mi­nis­ter Chris­ti­an Schmidt sol­len die Eu­ro­pa­po­li­ti­ker An­ge­li­ka Nieb­ler und Man­fred We­ber so­wie Augs­burgs Ober­bür­ger­meis­ter Kurt Gribl in die Par­tei­spit­ze rü­cken. Er­gänzt wer­den soll das Team durch Ge­ne­ral­se­kre­tär Andre­as Scheu­er, Lan­des­grup­pen­che­fin Ger­da Has­sel­feldt und den Chef der Land­tags­frak­ti­on Tho­mas Kreu­zer so­wie „the­men­be­zo­gen“durch wei­te­re CSU-Po­li­ti­ker wie Ex-Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter Karl-Theo­dor zu Gut­ten­berg.

So ganz klar wur­de der ei­gent­li­che Zweck von See­ho­fers Ma­nö­ver zwar nicht. Sei­ne Be­mer­kung, es hand­le sich um „ver­schwie­ge­ne“Per­so­nen, die sich un­ter­ein­an­der „to­tal ver­trau­en“, kann aber durch­aus als Miss­trau­en ge­gen­über Vor­stand und Prä­si­di­um ge­deu­tet wer­den. Wenn es in die­sen Sit­zun­gen mal zur Sa­che geht, bleibt das in al­ler Re­gel kei­ne St­un­de ge­heim. In Ne­ben­sät­zen deu­te­te See­ho­fer auch an, dass im Stra­te­gie­team Per­so­nal­an­ge­le­gen­hei­ten be­spro­chen wer­den sol­len. Die wich­tigs­te Personalie der kom­men­den bei­den Jah­re aber ist die Fra­ge nach sei­ner Nach­fol­ge. Die meist­ge­nann­ten „Kron­prin­zen“, Il­se Ai­g­ner, Mar­kus Sö­der, Joa­chim Her­mann, sind nicht im Team. See­ho­fer raun­te ges­tern nur, es ge­he „um sehr schwie­ri­ge Fra­gen in be­weg­ter Zeit“. Er stell­te fest, was das Stra­te­gie­team nicht sein soll. Es sei we­der ein Kom­pe­tenz­team noch ein Schat­ten­ka­bi­nett.

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