Auf Schnäpp­chen­jagd

Stö­bern Erl­ba­cher ma­chen ih­ren Ort für ei­nen Tag zum Groß­floh­markt

Donauwoerther Zeitung - - Nachbarschaft - Ren­nerts­ho­fen-Erl­bach

Die Idee kam von Wal­traud Jo­han­na Bach­hu­ber. Schon vor ei­ni­gen Jah­ren hat­te sie ei­nen pri­va­ten Floh­markt in ih­rem klei­nen Häu­schen in Erl­bach durch­ge­führt. „War­um nicht ein­mal ei­nen Floh­markt, an dem das gan­ze Dorf teil­nimmt?“, dach­te sie und stieß mit ih­rem Vor­schlag bei Wolf­gang Rei­ner auf of­fe­ne Oh­ren. „Tol­le Idee, so et­was woll­ten wir schon lan­ge mal ma­chen“, mein­ten die ei­nen, „wir ha­ben nichts“, die an­de­ren, als Rei­ner das Dorf nach Gleich­ge­sinn­ten ab­klap­per­te.

Neun Fa­mi­li­en fan­den sich schließ­lich am En­de zu­sam­men und öff­ne­ten ih­re Ga­ra­gen oder zo­gen auf die Hö­fe und Geh­stei­ge, um ih­re ent­behr­li­chen Din­ge und „Kost­bar­kei­ten“an­zu­bie­ten. Ei­ne gan­ze Men­ge Be­kann­ter und Freun­de schlos­sen sich als gern ge­se­he­ne „Tritt­brett­fah­rer“an und schlepp­ten ih­re Schät­ze nach Erl­bach, da­mit sie dort glück­li­che Käu­fer fän­den. Schon tags da­vor bau­ten ei­ni­ge ih­ren Stand auf, dar­un­ter auch Wolf­gang Rei­ner, bei dem das An­ge­bot au­ßer­or­dent­lich reich­hal­tig und ab­wechs­lungs­reich war. Ne­ben den üb­li­chen Bü­chern und sons­ti­gem Krims­krams gab es auch ei­nen gan­zen Wa­gen vol­ler Ha­sen­stäl­le. „Was nicht ver­kauft wird, ma­che ich zu Klein­holz“, kom­men­tier­te er schon beim Auf­bau wild­ent­schlos­sen sein Über­an­ge­bot.

In ei­nem Ne­ben­ge­bäu­de war­te­ten al­te Tü­ren, ein Häcks­ler und ein al­ter Bau­o­fen auf Käu­fer. Die fan­ta­sie­vol­len Prei­se von 24,24 Eu­ro oder 51,51 Eu­ro lie­ßen selbst Lai­en er­ah­nen, dass bei den „Ver­kaufs­ge­sprä­chen“ge­nü­gend Luft nach un­ten ist. Zum Bei­spiel auch bei der Fa­mi­lie Sens. Die hat­te ihr al­tes, seit et­li­chen Jah­ren nicht mehr be­wohn­tes und noch im Ori­gi­nal­zu­stand be­find­li­ches Wohn­haus, des­sen Grund­mau­ern schon ei­ni­ge Jahr­hun­der­te alt sein dürf­ten, kurz­um zum „Ge­sam­tF­loh­markt“ er­klärt. Al­les, von der al­ten Bett­statt bis zum letz­ten Kern­sei­fen­stück, das wohl seit ei­nem hal­ben Jahr­hun­dert in ei­ner al­ten Ra­ma-Schach­tel da­hin­däm­mer­te, konn­te ge­kauft wer­den. Das Haus er­wies sich als wah­re Fund­gru­be. Doch den Zweck so man­ches Fund­stücks konn­ten man­che Be­su­cher heu­te gar nicht mehr er­ken­nen.

Den gan­zen Tag riss der Be­su­cher­strom nicht ab. Schon um halb neun wa­ren die Ers­ten da. „Die su­chen nur et­was Be­stimm­tes, die ha­ben ei­nen ge­schul­ten Blick. Al­les an­de­re in­ter­es­siert sie nicht“, wuss­te Ma­ri­an­ne Lech­ner aus Mon­heim, die als Gast­ver­käu­fe­rin zu­sam­men mit Clau­dia Golling ei­ne rie­si­ge Aus­wahl an Kin­der­klei­dung an­bot. „Wir ha­ben nichts Be­stimm­tes ge­sucht, doch uns ha­ben schon ein paar Din­ge ge­fal­len“, freu­ten sich die Hof­manns aus Step­perg über ih­re schö­nen Neu­er­wer­bun­gen. (gey) Viel zu er­zäh­len gab es beim Tref­fen der Ge­burts­jahr­gän­ge 1937 bis 1939, die ih­re Schul- und Ju­gend­zeit in Nor­den­dorf ver­brach­ten. Auch die ehe­ma­li­ge Leh­re­rin An­na Wun­de­rer (ers­te Rei­he, vier­te von rechts) kam, die die ehe­ma­li­gen Schü­ler von 1946 bis 1950 un­ter­rich­te­te. Nach der Be­grü­ßung und dem Es­sen ging es zum Dorf­mu­se­um in Mer­tin­gen. Für ei­ne re­ge Dis­kus­si­on sorg­ten vie­le Aus­stel­lungs­stü­cke, da sie ei­ne di­rek­te Ver­bin­dung zur Kind­heit und Ju­gend­zeit dar­stell­ten. Zu­rück in Nor­den­dorf gab es ver­schie­de­ne Bei­trä­ge und Be­rich­te über die Ent­wick­lung der Hei­mat­ge­mein­de Nor­den­dorf. Die Run­de will sich im kom­men­den Jahr wie­der tref­fen. Kla­ra Lie­pert, Jo­hann Wie­de­mann, Au­gust Wie­de­mann und An­ton Frey wa­ren die Or­ga­ni­sa­to­ren des Tref­fens.

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