Wie le­ben Asyl­be­wer­ber?

Bil­der-Re­port Ein­drü­cke aus den Un­ter­künf­ten

Donauwoerther Zeitung - - Landkreis - EI­NE FO­TO­RE­POR­TA­GE VON DA­VID REIT­SAM Donauwörth/ Rain

Mo­der­ne Smart­pho­nes, ein ver­meint­lich üp­pi­ges Ta­schen­geld und Bahn­fah­ren oh­ne Ti­cket. Sind es Wahr­hei­ten oder Kli­schees? Vie­les ir­ri­tiert die Ein­hei­mi­schen in der Asyl- und Flücht­lings­fra­ge. Meist weiß man au­ßer­halb der Be­hör­den- und Hel­fer­krei­se kaum, wie Asyl­be­wer­ber in der Re­gi­on le­ben.

Um ei­nen Ein­blick zu ge­ben, wie Asyl­be­wer­ber im Land­kreis Do­nauRies un­ter­ge­bracht sind, ha­ben wir drei Flücht­lings­hei­me in Donauwörth und Rain be­sucht.

Hier­bei wur­de un­ser Fo­to­re­por­ter Da­vid Reit­sam nach ei­ge­ner Aus­sa­ge warm­her­zig emp­fan­gen. Die meis­ten Flücht­lin­ge sei­en grund­le­gend froh, so re­sü­miert er nach vie­len Ge­sprä­chen, in Deutsch­land und in Si­cher­heit zu sein.

Frei von Sor­gen sei­en die Men­schen, die zum Teil aus Kriegs­ge­bie­ten stam­men, den­noch nicht. Angst um An­ge­hö­ri­ge, die noch in Kri­sen­ge­bie­ten le­ben oder eben­falls auf der Flucht sind, das War­ten auf den Aus­gang des recht­li­chen Ver­fah­rens, die Un­ge­wiss­heit über die künf­ti­ge Ent­wick­lung – das na­ge an den Ner­ven.

Über­ra­schend of­fen sind auch die Be­trei­ber der Un­ter­künf­te ge­we­sen. „Na­tür­lich dür­fen Sie schrei­ben, dass hier Flücht­lin­ge woh­nen. Das wis­sen doch eh al­le in der Stadt“, hat man uns in zwei Quar­tie­ren ge­sagt und zu­gleich auf die teils gro­ßen Hel­fer­krei­se ver­wie­sen.

Seit ei­nem Jahr lebt die­ser Asyl­be­wer­ber in Donauwörth. Sein Zim­mer teilt er sich mit ei­nem Cou­sin, der zu­sam­men mit ihm aus Pa­kis­tan ge­flo­hen ist. In sei­ner Un­ter­kunft woh­nen oft drei oder vier Asyl­be­wer­ber in ei­nem Zim­mer.

37 Asyl­be­wer­ber aus Af­gha­nis­tan, Afri­ka und vom Bal­kan le­ben zur­zeit im ehe­ma­li­gen Ho­tel Vik­to­ria in Donauwörth. Manch­mal teilt sich ei­ne mehr­köp­fi­ge Fa­mi­lie ein klei­nes Zim­mer. Pri­vat­sphä­re gibt es kaum.

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