Ei­ne Mil­li­on Eu­ro fehlt

Fi­nan­zen Der Kreis­haus­halt weist der­zeit ein Mi­nus auf. Hin­ter­grund ist die Be­treu­ung von min­der­jäh­ri­gen Flücht­lin­gen. Doch der Land­kreis be­kommt das Geld wie­der zu­rück

Donauwoerther Zeitung - - Jura | Landkreis - VON MAR­TI­NA BACH­MANN Donauwörth gKU:

Ein­nah­men und Aus­ga­ben in ei­ner Hö­he von 110 Mil­lio­nen Eu­ro lis­tet der Haus­halt des Land­krei­ses Do­nau-Ries auf. Zu Be­ginn des Jah­res auf­ge­stellt, ist er zwar le­dig­lich ein Plan, aber auch ei­ne Art Leit­fa­den für die Ver­ant­wort­li­chen. Bei ei­ner sol­chen Sum­me, bei so vie­len Pos­ten, kommt es meist zu Ab­wei­chun­gen. Wie es der­zeit um die Fi­nan­zen des Land­krei­ses be­stellt ist, dar­über be­rich­te­te Kreis­käm­me­rer Franz Hlou­schek den Mit­glie­dern des Kreis­aus­schus­ses.

Bei den lau­fen­den Aus­ga­ben, dem Ver­wal­tungs­haus­halt, ste­he En­de Sep­tem­ber ein Mi­nus von ei­ner Mil­li­on Eu­ro, sag­te er. Im So­zi­al­be­reich ha­be man für den Be­reich Asyl zwar Stel­len auf­sto­cken müs­sen, die Kos­ten da­für kä­men al­ler­dings nur in der zwei­ten Jah­res­hälf­te zum Tra­gen. Pro­ble­me ge­be es im Ju­gend­hil­fe­be­reich. Kon­kret ge­he es um die un­be­glei­te­ten Ju­gend­li­chen, min­der­jäh­ri­ge Flücht­lin­ge, die oh­ne An­ge­hö­ri­ge nach Deutsch­land kom­men. Der Land­kreis müs­se die Kos­ten für sie zu­nächst über­neh­men, be­kom­me das Geld aber spä­ter von ver­schie­de­nen öf­fent­li­chen Trä­gern wie­der zu­rück. Die Lü­cke von ei­ner Mil­li­on Eu­ro sei durch die­se Vor­leis­tung des Krei­ses ent­stan­den, so Hlou­schek. 51 un­be­glei­te­ten­de Ju­gend­li­che sei­en zum 30. Sep­tem­ber im Kreis un­ter­ge­bracht ge­we­sen, rund 4000 bis 5000 Eu­ro müs­se man für sie pro Mo­nat rech­nen. Bis zum Jah­res­en­de könn­ten noch wei­te­re 29 jun­ge Flücht­lin­ge da­zu­kom­men. Land­rat Ste­fan Röß­le for­der­te, die un­be­glei­te­ten Ju­gend­li­chen müss­ten bes­ser im Bund ver­teilt wer­den. Ge­ra­de im Be­reich Asyl­be­wer­ber müs­se man oft in Vor­leis­tung ge­hen, da sei es wich­tig, dass man Rück­la­gen ha­be.

Kreis­käm­me­rer Hlou­schek be­rich­te­te zu­dem, dass der Be­reich der In­ves­ti­tio­nen, der Ver­mö­gens­haus­halt, sta­bil sei. So ha­be man beim Al­brecht-Ernst-Gym­na­si­um Oettingen schon För­de­run­gen be­kom­men, mit de­nen man 2015 noch nicht ge­rech­net ha­be. Al­ler­dings warn­te der Kreis­käm­me­rer vor 2016: „Nächs­tes Jahr wird uns ge­wal­tig Geld feh­len.“Grund da­für sei et­wa die um sat­te 10,9 Pro­zent ge­stie­ge­ne Um­la­ge­kraft, die sich un­ter an­de­rem aus den Steu­er­ein­nah­men von 2014 er­rech­net. Da­mit be­kom­me man zwar mehr Kreis­um­la­ge – auch sie wird auf der Grund­la­ge der Um­la­ge­kraft be­rech­net – müs­se aber auch mehr Be­zirks­um­la­ge zah­len. Und die Schlüs­sel­zu­wei­sun­gen, die der Kreis be­kommt, ge­hen deut­lich zu­rück, so Hlou­schek.

Zu Be­ginn der Sit­zung hat­te Land­rat Röß­le über die Si­tua­ti­on der Asyl­be­wer­ber im Land­kreis re­fe­riert. Da­bei ging er an­ge­sichts der Werks­schlie­ßung von Ka­threin in Nörd­lin­gen, wo 700 Men­schen ih­ren Ar­beits­platz ver­lie­ren wer­den, auch auf die Zahl der Asyl­be­wer­ber ein, die in den nächs­ten Jah­ren ei­nen Job su­chen wür­den. Rund ein Drit­tel bis die Hälf­te der Flücht­lin­ge, die der­zeit im Kreis leb­ten, wür­den wie­der aus­rei­sen. Ein Teil der ver­blie­be­nen Men­schen sei­en Kin­der, ein an­de­rer Se­nio­ren.

Am En­de, so Röß­le, blei­be wohl ei­ne Grup­pe von 400 bis 500 Men­schen, die dem Ar­beits­markt tat­säch­lich zur Ver­fü­gung ste­hen wür­den. „Und die kann man nicht al­le so­fort ein­set­zen.“Man müs­se die Asyl­be­wer­ber Zug um Zug in­te­grie­ren. 80 Pro­zent der Män­ner und Frau­en müss­ten erst noch qua­li­fi­ziert wer­den.

Der Kreis­aus­schuss ge­währ­te dem Kom­mu­nal­un­ter­neh­men gKU ei­nen In­ves­ti­ti­ons­zu­schuss von rund 420 000 Eu­ro.

„Nächs­tes Jahr wird uns ge­wal­tig Geld feh­len.“

Franz Hlou­schek, Kreis­käm­me­rer

Sym­bol­fo­to: Lienert

Im Haus­halt des Land­krei­ses fehlt der­zeit ei­ne Mil­li­on Eu­ro.

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