Auf den Flü­geln des Ge­sangs

Lie­der­abend Zwei So­pra­nis­tin­nen bie­ten in Donauwörth Träu­me­ri­sches dar

Donauwoerther Zeitung - - Blickpunkt Kultur - VON ANDREA HUTZ­LER Donauwörth

„Son­ne, Mond und Träu­me“war das Mot­to des Lie­der­abends im En­der­le­saal, den die aus Donauwörth stam­men­de So­pra­nis­tin Michae­la Zeitz zu­sam­men mit der Mez­zo­so­pra­nis­tin An­net­te Lu­bosch und der Pia­nis­tin Clau­dia Wagner ge­stal­te­te. Den Zu­hö­rern wur­de ein recht kurz­wei­li­ger und ni­veau­vol­ler Abend mit deut­schen Kunst­lie­dern so­wie Songs und Wal­zer­lie­dern aus Opern, Ope­ret­ten und Fil­men ge­bo­ten, der den Hörund Seh­sinn glei­cher­ma­ßen an­sprach.

Der En­der­le­saal mit sei­nem klas­si­zis­ti­schen Stuck-De­kor bot den idea­len Rah­men für die­se Ver­an­stal­tung. Die Sän­ge­rin­nen, fe­en- oder el­fen­ar­tig ge­klei­det, un­ter­stri­chen be­reits op­tisch das Mot­to des Abends. Mucks­mäus­chen­still wur­de es im Saal, als Michae­la Zeitz gleich zu Be­ginn „Auf Flü­geln des Ge­s­an­ges“von Fe­lix Men­dels­sohn Bar­thol­dy in­to­nier­te und zu­sam­men mit Pia­nis­tin Clau­dia Wagner ein duf­ti­ges Klang­ge­mäl­de zau­ber­te. Be­son­ders in den Wal­zer­lie­dern „Re­ben­blü­te“von Ro­bert Stolz und „Strah­len­der Mond“aus der Ope­ret­te „Der Vet­ter aus Dings­da“von Edu­ard Kün­ne­ke konn­te ih­re Stim­me in ge­sam­ter Band­brei­te ein­drucks­voll zur Gel­tung kom­men.

An­net­te Lu­bosch stell­te sich mit dem Lied „Son­nen­blu­men“von Ro­bert Stolz vor und be­geis­ter­te da­bei vom ers­ten Ton an mit enor­mer Büh­nen­prä­senz und ab­so­lu­ter Stimm­be­herr­schung. Be­son­ders gut zum Tra­gen kam die Wand­lungs­fä­hig­keit ih­rer Stim­me in „Traum­mu­sik“von Pe­ter Kreu­der so­wie in Richard Wa­g­ners Lied „Träu­me“aus den We­sen­donck­lie­dern Nr. 5.

Die Stim­men der bei­den Sän­ge­rin­nen har­mo­nier­ten per­fekt in den Du­et­ten wie „Gruß aus der Fer­ne“von An­to­nin Dvor­ak oder „Abend­lied“von Men­dels­sohn Bar­thol­dy. Mehr noch: Die bei­den un­ter­stri­chen bei Lie­dern der leich­te­ren Mu­se wie „Wenn die Son­ne schla­fen geht“und dem „Chor der Mon­del­fen“aus der Ope­ret­te „Frau Lu­na“von Paul Lin­ke das Ge­sun­ge­ne mit schau­spie­le­ri­schen Ges­ten und be­zo­gen auch das Pu­bli­kum mit ein. Da­durch ers­an­gen sich die bei­den sehr schnell die Sym­pa­thi­en der Zu­hö­rer.

Für be­son­de­re Klang­tup­fer sorg­te Pia­nis­tin Clau­dia Wagner mit dem so­lis­tisch vor­ge­tra­ge­nen 1. Satz der „Mond­schein­so­na­te“von Lud­wig van Beet­ho­ven und Ro­bert Schu­manns „Träu­me­rei“aus den be­kann­ten Kin­der­sze­nen. Mit wei­chem, dif­fe­ren­zier­tem An­schlag brach­te sie die ver­träum­te Grund­stim­mung der Stü­cke aus­drucks­stark zur Gel­tung. Das har­mo­ni­sche und mu­si­ka­lisch äu­ßerst an­spre­chen­de Zu­sam­men­wir­ken der drei In­ter­pre­tin­nen wur­de frei­lich mit an­hal­ten­dem Ap­plaus be­dacht.

Foto: Hutz­ler

Die bei­den So­pra­nis­tin­nen bo­ten ei­nen eben­so ni­veau­vol­len wie kurz­wei­li­gen Abend.

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