Meis­ter­li­che Spiel­freu­de im Zeug­haus

Kul­tur­ta­ge Das Phil­har­mo­nia Quar­tett Berlin zeig­te, wie sich wun­der­ba­re Mu­sik an­hört

Donauwoerther Zeitung - - Blickpunkt Kultur - Donauwörth

Das re­nom­mier­te Phil­har­mo­nia Quar­tett Berlin ge­stal­te­te im Do­nau­wör­ther Zeug­haus mit ei­nem Werk von Dmi­tri Schosta­ko­witsch und zwei Kom­po­si­tio­nen von Lud­wig van Beet­ho­ven ei­nen ex­qui­si­ten, erst­klas­si­gen, ge­ra­de­zu ein­ma­li­gen Kam­mer­mu­sik­abend. Das En­sem­ble spiel­te ganz selbst­ver­ständ­lich und über­aus har­mo­nisch zu­sam­men und meis­ter­te auch tech­nisch an­spruchs­vol­le Pas­sa­gen in meis­ter­li­cher Ma­nier.

Dmi­tri Schosta­ko­witsch (19061975) schuf sein Streich­quar­tett Nr. 13 b-Moll im Jahr 1970. Das schwer­mü­ti­ge Werk (Ad­a­gio – Dop­pio mov­imen­to – Tem­po pri­mo) ist im We­sent­li­chen Trau­er­mu­sik. Es geht um Ge­fahr, Be­dro­hung von al­len Sei­ten, Aus­weg­lo­sig­keit und Ver­der­ben. Man hört ein Po­chen, Sai­ten wer­den bru­tal an­ge­ris­sen. Wenn dann der Gei­gen­bo­gen ans In­stru­ment klopft, er­in­nert das an Pis­to­len­schüs­se. Die un­ge­heu­er ex­pres­si­ve Mu­sik ist durch­weg wirk­lich fa­ta­lis­tisch.

Die „Gro­ße Fu­ge“op. 133 B-Dur von Lud­wig van Beet­ho­ven (1770-1827) be­ginnt en­er­gie­ge­la­den und stamp­fend im For­tis­si­mo. Zwi­schen­durch, in den Va­ria­tio­nen, hört man ly­ri­sche Tei­le, lei­ses Spiel und auch tän­ze­ri­sche Se­quen­zen. Am En­de des wun­der­ba­ren Mu­si­zie­rens freut man sich über den ef­fekt­vol­len, be­schwing­ten Schluss. Bei Beet­ho­vens Streich­quar­tett in B-Dur op. 130 herrscht an­fangs düs­te­re Stim­mung, bald setzt aber hur­ti­ges Spiel ab­wech­selnd mit lang­sa­men Sät­zen ein. Bei ei­nem schnel­len Tanz bril­liert die 1. Gei­ge. Es fol­gen Va­ria­tio­nen mit in­ter­es­san­ten Mo­ti­ven, wo­bei auch hier die per­fek­te Art des Zu­sam­men­spiels der In­ter­pre­ten be­ein­druck­te. Mit ei­ner lus­ti­gen Me­lo­die en­det die­ses kost­ba­re Kam­mer­mu­sik­stück. (ma)

Foto: Bau­er

Be­dro­hung, Ge­fahr, Ver­der­ben – mit­un­ter schwe­re The­men be­spiel­ten die vier Mu­si­ker im Zeug­haus.

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