Ner­ven­flat­tern bei der CSU

Donauwoerther Zeitung - - Erste Seite - VON ULI BACH­MEI­ER jub@augs­bur­ger-all­ge­mei­ne.de

Es ist schon ein selt­sa­mes Schau­spiel, das CSU und CDU den Bür­gern in der Flücht­lings­kri­se bie­ten. Mi­nis­ter­prä­si­dent See­ho­fer schimpft und warnt und droht. Bun­des­kanz­le­rin Mer­kel lässt ihn ab­blit­zen. Dann gibt es wie­der Ge­sprä­che und Be­schlüs­se. Und kaum ist et­was be­schlos­sen, be­ginnt das Spiel wie­der von vorn. See­ho­fer stellt neue For­de­run­gen. Die Kanz­le­rin mahnt zu Ge­duld, kommt ihm ein biss­chen ent­ge­gen und dann doch wie­der nicht. See­ho­fer schäumt. Es geht ihm nicht schnell ge­nug. Mer­kel lä­chelt.

Tat­säch­lich aber be­steht po­li­tisch bis weit ins rot-grü­ne La­ger hin­ein mitt­ler­wei­le Ei­nig­keit dar­über, dass die Flücht­lings­kri­se oh­ne ei­ne Steue­rung und Be­gren­zung der Zu­wan­de­rung auf Dau­er nicht zu lö­sen ist. Um­strit­ten ist nur die Fra­ge, wie schnell es ge­hen und was kon­kret da­für ge­tan wer­den muss.

Die CSU-Staats­re­gie­rung ist of­fen­bar kurz da­vor, die Ner­ven zu ver­lie­ren. Dass man ein­fach mal ver­su­chen soll­te, die Gren­ze zu Ös­ter­reich dicht­zu­ma­chen, und sei es nur für ein paar St­un­den, wird in­tern längst ernst­haft dis­ku­tiert. Da­hin­ter steht das Kal­kül, dass dann die Ös­ter­rei­cher, über die man sich in München ge­ra­de maß­los är­gert, ge­zwun­gen wer­den, dem Bei­spiel zu fol­gen. Ob das hu­man ist, wenn nachts die Tem­pe­ra­tu­ren un­ter null Grad sin­ken?

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