Pro­blem­fall Kriegs­tou­ris­mus

Donauwoerther Zeitung - - Bayern - Is­la­mis­tin vor Ge­richt

Die Ge­schich­te klingt un­glaub­lich. Ei­ne 30-Jäh­ri­ge lernt im In­ter­net die Frau ei­nes mut­maß­li­chen Ter­ro­ris­ten ken­nen, lässt sich ver­kup­peln und reist mit­samt den Töch­tern in den Krieg. Kehrt zu­rück, bleibt je­doch ver­blen­det: Sie ha­be in Sy­ri­en nur hel­fen wol­len, hat­te die All­gäue­rin beim ers­ten Pro­zess in München be­teu­ert. Und nach­ge­legt: Sie wol­le Deutsch­land oh­ne­hin wie­der ver­las­sen, lie­ber in die Tür­kei rei­sen. Mög­lich, dass die Frau ih­re An­kün­di­gung nun wahr macht oder be­reits weg ist.

Wenn, dann glück­li­cher­wei­se oh­ne das Sor­ge­recht für ih­re Kin­der. Ein Pro­blem je­doch bleibt: Wie wol­len deut­sche Be­hör­den der Ver­blen­dung der Is­la­mis­ten bei­kom­men, de­ren De­mo­kra­tie­feind­lich­keit, Men­schen­ver­ach­tung und To­des­sehn­sucht an Na­zi-Ideo­lo­gie er­in­nert? Das Straf­recht al­lein reicht of­fen­sicht­lich nicht. Der Nach­weis ter­ro­ris­ti­scher Ak­ti­vi­tät, der Be­tei­li­gung am Krieg fällt schwer. Zu­mal nicht je­de der in Sy­ri­en kämp­fen­den Grup­pen über­haupt als Ter­ror­grup­pe ein­ge­stuft ist.

Ge­ra­de ent­steht das „Baye­ri­sche Netz­werk für Prä­ven­ti­on und Dera­di­ka­li­sie­rung ge­gen Sala­fis­mus“. In den nächs­ten Wo­chen wird das ers­te Netz­werk die­ser Art vor­ge­stellt. Es soll Si­cher­heits­be­hör­den und Prä­ven­ti­on zu­sam­men­schwei­ßen. Seit 2011 hat sich die Zahl der baye­ri­schen Sala­fis­ten ver­vier­facht.

Es ist höchs­te Zeit zu han­deln.

Screen­shot: Youtube/AZ

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