See­ho­fer pol­tert und droht

CSU-Chef legt in der Flücht­lings­kri­se nach

Donauwoerther Zeitung - - Bayern - München

Man­geln­den Ei­fer kann man Horst See­ho­fer in die­sen Ta­gen und Wo­chen wahr­lich nicht nach­sa­gen: Er pol­tert und droht, er schimpft und kri­ti­siert – und doch hat er sein zen­tra­les Ziel bis­her nicht er­reicht: ei­ne Be­gren­zung der Flücht­lings­zah­len. Und weil das so ist, legt er am Mon­tag noch ein­mal kräf­tig nach, setzt Kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel (CDU) so­gar ei­ne neue, kon­kre­te Frist: Nach Al­ler­hei­li­gen wer­de man be­ur­tei­len kön­nen, ob Berlin be­reit sei, die baye­ri­schen For­de­run­gen nach Steue­rung und Be­gren­zung der Zu­wan­de­rung zu über­neh­men, sagt der CSU-Chef.

Fakt ist: Es ist nicht das ers­te Mal, dass See­ho­fer Mer­kel per Ul­ti­ma­tum – falls man es so nen­nen will – un­ter Druck set­zen will. Be­reits am 22. Sep­tem­ber warn­te er, soll­te es bis zum dar­auf­fol­gen­den Wo­che­n­en­de kei­ne Be­gren­zung der Flücht­lings­zah­len ge­ben, wer­de Bay­ern nicht das letz­te Land sein, das sich noch an Re­geln hal­te. Am 29. Sep­tem­ber droh­te er, not­falls wer­de Bay­ern im Al­lein­gang „Not­maß­nah­men“er­grei­fen, we­nig spä­ter sprach er so­gar von „Not­wehr“. Am 9. Ok­to­ber, in ei­ner neu­er­li­chen Ka­bi­netts­sit­zung, passierte aber nichts – bis auf ei­ne neu­er­li­che Dro­hung, dies­mal mit ei­ner Verfassungsklage.

Die Si­tua­ti­on sei auf Dau­er nicht mehr zu hän­deln, sagt der Vor­sit­zen­de der CSU-Land­tags­frak­ti­on, Tho­mas Kreu­zer (Kempten). Seit Sep­tem­ber sei­en min­des­tens 318 000 Flücht­lin­ge nach Bay­ern ge­kom­men. Kreu­zer spricht von „gi­gan­ti­schen Zah­len“.

Bay­ern will bei der Ab­schie­bung ab­ge­lehn­ter Asyl­be­wer­ber aufs Tem­po drü­cken. Die Zu­stän­dig­kei­ten sol­len schritt­wei­se von den Land­krei­sen auf die Be­zirks­re­gie­run­gen über­tra­gen wer­den, um die Ver­fah­ren zu bün­deln und zu be­schleu­ni­gen. Das hat das Ka­bi­nett am Di­ens­tag ent­schie­den. Da­zu sol­len 750 Stel­len bei den Aus­län­der­be­hör­den der Be­zirks­re­gie­run­gen ge­schaf­fen wer­den, teil­te In­nen­mi­nis­ter Joa­chim Herr­mann (CSU) nach der Ka­bi­netts­sit­zung mit.

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