Ma­chen Cent-Stü­cke noch Sinn?

Fi­nan­zen Ei­ne Mehr­heit der Bür­ger ist für ei­ne Ab­schaf­fung der kleins­ten Mün­zen. Was hal­ten Ex­per­ten in der Re­gi­on da­von?

Donauwoerther Zeitung - - Landkreis | Sport Vor Ort - VON DO­MI­NIK HIERMEYER UND ANDRE­AS SCHOPF Donauwörth/Nörd­lin­gen/Rain Gau­ober­li­ga Ta­bel­le Gau­li­ga Zirgesheim – Mon­heim 1383:1350 1398:1366 358 356 355 1335:1380

Man fin­det es zwi­schen den Kis­sen sei­nes So­fas, in Brun­nen und na­tür­lich in der Spar­büch­se – die Re­de ist vom Klein­geld. Im Geld­beu­tel sind Mün­zen mit ei­nem ge­rin­gen Wert, wie Ein- oder Zwei-Cent, meist nicht lan­ge. Das Be­zah­len da­mit hält an der Kas­se auf und das Porte­mon­naie wird durch die klei­nen Geld­stü­cke nur un­nö­tig schwer.

Im­mer wie­der kommt des­halb die Dis­kus­si­on auf, die Ein- und ZweiCent Mün­zen ab­zu­schaf­fen. Kürz­lich sprach sich bei ei­ner Um­fra­ge von myMarkt­for­schung mehr als die Hälf­te (53 Pro­zent) für die Ent­schla­ckung der Zah­lungs­mit­tel aus. In Bel­gi­en, Finn­land und den Nie­der­lan­den wird an der La­den­kas­se be­reits auf fünf Cent auf- oder ab­ge­run­det. Doch wie steht man in der Re­gi­on zu die­ser Fra­ge?

Ru­pert He­ckels Mei­nung da­zu ist zwie­ge­spal­ten. Er ist der Pres­se­spre­cher der Spar­kas­se Neu­bur­gRain. „Von der Ar­beits­be­las­tung her ge­se­hen, wä­ren wir froh, wenn die Ein- und Zwei­cent­stü­cke weg wä­ren“, sagt er. Im­mer wie­der wür­den Kun­den mit Fla­schen vol­ler Klein­geld kom­men, um es um­zu­tau­schen. Da­bei müs­se man die Mün­zen je­des Mal auf Echt­heit über­prü­fen. Da­nach gin­gen die Geld­stü­cke wie­der in den Han­del. Ei­nen gro­ßen Sinn hät­te die­ser Kreis­lauf nicht, fin­det He­ckel. Er sieht je­doch auch ne­ga­ti­ve Fol­gen ei­ner Ab­schaf­fung: „Der Ju­gend setzt man da­mit ein fal­sches Si­gnal.“Ein Weg­fall der bei­den Mün­zen wür­de schließ­lich im­pli­zie­ren, dass die­se Kleinst­be­trä­ge nichts wert sind.

Paul Rit­ter, Vor­stands­vor­sit­zen­der der Raiff­ei­sen-Volks­bank Ries, ist strikt ge­gen die Ab­schaf­fung des Kup­fer­gel­des. Für ihn ist das Gan­ze zum Teil auch ei­ne emo­tio­na­le An­ge­le­gen­heit: „Frü­her sag­te man, wer den Pfen­nig nicht ehrt, ist des Ta­lers nicht wert“. Mit dem Weg­fall die­ser Mün­zen wür­den die Prei­se eher auf- als ab­ge­run­det wer­den. Au­ßer­dem kön­ne dies ein ers­ter Schritt hin zur Ab­schaf­fung des ge­sam­ten Bar­gel­des sein, was Rit­ter wie­der­um eher kri­tisch sieht.

Auch Su­san­ne Vier­korn vom Stadt­mar­ke­ting­ver­ein „Nörd­lin­gen ist’s wert“be­fürch­tet durch den Weg­fall des klei­nen Kup­fer­gel­des ei­ne Auf­run­dung zu­un­guns­ten der Ver­brau­cher. Auch so sieht sie we­nig Sinn für ei­ne Ein­schrän­kung der Be­zahl­mög­lich­kei­ten: „Mitt­ler­wei­le wird das meis­te eh mit Kar­te ge­zahlt und nicht mehr bar.“

Vie­le Leu­te schimp­fen vor al­lem über Se­nio­ren, die an der Kas­se lang­wie­rig nach Klein­geld su­chen. „Die äl­te­ren Leu­te wür­den sich oh­ne die klei­nen Mün­zen si­cher leich­ter tun“, sagt Vier­korn. „Dass es da­durch in der Schlan­ge dann schnel­ler geht, glau­be ich je­doch nicht.“Vier­korn ist des­halb da­für, die Zah­lungs­mit­tel so zu be­las­sen, wie sie sind.

Für die Ab­schaf­fung der kleins­ten Mün­zen spricht sich da­ge­gen Tho­mas Mu­sa­eus aus. Er ist Ge­schäfts­füh­rer von Schuh Braun in Donauwörth und Mit­glied im baye­ri­schen Ein­zel­han­dels­ver­band. „Die Maß­nah­me wür­de die Ar­beit al­ler Un­ter­neh­men er­leich­tern, die mit Cent-Be­trä­gen han­deln“, sagt Mu­sa­eus. Der psy­cho­lo­gi­sche Ef­fekt der 99-Cent-Prei­se wür­de durch Auf­run­dun­gen ver­schwin­den. „Na­tür­lich hört sich für den Ver­brau­cher 49,99 an­ders an als 50 Eu­ro“, sagt Mu­sa­eus. „Aber ab ei­ner ge­wis­sen Preis­la­ge ist das so­wie­so nicht mehr re­le­vant.“ Gun­zen­heim – Mer­tin­gen II Bäu­men­heim II – Eg­gelst. I

1. Bäu­men­heim II 4:0/2828 2. Gun­zen­heim 2:0/1383 3. Eg­gel­stet­ten I 2:2/2757 4. Buch­dorf-Bai­er­feld 0:2/1379 5. Mer­tin­gen II 0:4/2711 Bes­te Ein­zel­schüt­zen Gau­ober­li­ga: Sieg­fried Fors­ter (Bäu­men­heim) Joa­chim Hur­ler (Gun­zen­heim) Micha­el Hur­le (Eg­gel­stet­ten)

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