Welt­neu­heit aus dem Ries

Less­mann Mit ei­ner Bürs­te aus Koh­le­fa­sern ge­winnt das Un­ter­neh­men ei­nen in­ter­na­tio­na­len Preis

Donauwoerther Zeitung - - Wirtschaft In Der Region - VON BERND SCHIED Oettingen

Die­ter und Jür­gen Less­mann wir­ken rund­um zu­frie­den. Ihr Un­ter­neh­men, die Less­mann Gm­bH in Oettingen, läuft blen­dend, der Jah­res­um­satz kratzt an der 20Mil­lio­nen-Mar­ke und die Ide­en für neue Pro­duk­te und Ent­wick­lun­gen ge­hen nicht aus. Seit Lan­gem zählt Less­mann zu den füh­ren­den Pro­du­zen­ten von so­ge­nann­ten tech­ni­schen Bürs­ten in den un­ter­schied­lichs­ten Aus­füh­run­gen. Da­mit wer­den Werk­stü­cke ent­gra­tet, ent­ros­tet, ent­lackt oder ge­rei­nigt.

Pro­du­ziert wird aus­schließ­lich in Oettingen. Den Ver­lo­ckun­gen ei­ner bil­li­ge­ren Her­stel­lung im Aus­land sind die bei­den Ge­schäfts­füh­rer nicht er­le­gen und wer­den es auch nicht, wie sie be­to­nen. 100 Pro­zent Ma­de in Ger­ma­ny – lau­tet das Mot­to. Un­ter die­sem Be­griff hat sich die Qua­li­täts­mar­ke Less­mann auf dem Markt fest eta­bliert.

Vor Kur­zem hat das Un­ter­neh­men in Zu­sam­men­ar­beit mit ei­ner Fir­ma aus Nord­rhein-West­fa­len ei­ne Welt­neu­heit ent­wi­ckelt: ei­ne Bürs­te aus Koh­le­fa­sern, mit der Oxi­da­tio­nen sich in schwer zu­gäng­li­chen Be­rei­chen von Werk­stü­cken – bei­spiels­wei­se das In­ne­re von klei­nen Stahl­roh­ren – schnell und um- elek­tro­che­misch ent­fer­nen las­sen. So et­was gibt es bis­her auf dem Markt noch nicht. In den nächs­ten Wo­chen soll die Neu­heit suk­zes­si­ve ein­ge­führt wer­den.

Für die­ses in­no­va­ti­ve Pro­dukt er­hielt Less­mann ein eu­ro­päi­sches Pa­tent. Da­mit mel­de­ten sich die Oet­tin­ger für den „In­no­va­ti­on Award“, ei­nem Preis des Eu­ro­päi­schen Bürs­ten­ver­ban­des, an. Mit gro­ßem Er­folg: Von al­len eu­ro­päi­schen Bürs­ten­her­stel­lern lan­de­te das Un­ter­neh­men aus dem Ries mit sei­nem neu­en Pro­dukt auf dem ers­ten Platz und ließ Be­wer­ber aus Ita­li­en, Frank­reich und der Schweiz hin­ter sich.

Auf ei­nem Kon­gress im süd­ita­lie­ni­schen Sa­len­to wur­de die Aus­zeich­nung ver­lie­hen. Meh­re­re Mo­na­te lang hat die Less­mann-Ent­wick­lungs­ab­tei­lung an dem neu­en Pro­dukt ge­tüf­telt, bis es der Öf­fent­lich­keit prä­sen­tiert wer­den konn­te.

Dass ihr Un­ter­neh­men so gut auf­ge­stellt ist, schrei­ben Jür­gen und Die­ter Less­mann nicht zu­letzt ih­rer qua­li­fi­zier­ten und leis­tungs­be­rei­ten Be­leg­schaft zu, die der­zeit 220 Mit­ar­bei­ter zählt. Nur so kön­ne der Er­folgs­kurs ge­hal­ten und neue Ar­ti­kel ent­wi­ckelt wer­den.

Hin­zu kom­me ei­ne hoch­wer­ti­ge Aus­bil­dung von Fach­kräf­ten im kauf­män­ni­schen und tech­ni­schen Be­reich, sagt Jür­gen Less­mann. Da­bei bil­de das Un­ter­neh­men in Stu­di­en­gän­gen mit der Dua­len Hoch­schu­le Ba­den-Würt­tem­berg in Hei­den­heim an der Brenz Stu­den­ten in den Fach­rich­tun­gen Ma­schi­nen­bau und Be­triebs­wirt­schaft aus. Vor Ort in Oettingen wür­den die Lehr­lin­ge in ei­ner Aus­bil­dungs­werk­statt mit den neu­es­ten Ma­schi­nen bes­te Vo­welt­freund­lich raus­set­zun­gen vor­fin­den. Seit 1990 füh­ren die Brü­der Less­mann das Un­ter­neh­men. Jür­gen Less­mann ist für den tech­ni­schen Be­reich zu­stän­dig, Die­ter Less­mann für den kauf­män­ni­schen. Der Ex­port­an­teil der Gm­bH liegt der­zeit bei 42 Pro­zent. Haupt­ex­port­re­gi­on ist mitt­ler­wei­le Mit­tel­ame­ri­ka.

Wie vie­len an­de­ren Fir­men in der Re­gi­on be­rei­tet den Less­manns der Fach­ar­bei­ter­man­gel Sor­gen. „Wir kön­nen heu­te nur Fach­ar­bei­ter aus an­de­ren Be­trie­ben ein­stel­len, da es der­zeit kei­ne frei­en Fach­kräf­te auf dem Ar­beits­markt gibt. Da­mit wird das Be­set­zen frei­er Stel­len sehr schwie­rig“, er­klärt Jür­gen Less­mann die der­zei­ti­ge Si­tua­ti­on auf dem Ar­beits­markt.

Nicht zu­letzt des­halb set­ze man auf die Aus­bil­dung des ei­ge­nen Nach­wuch­ses.

Fo­tos: Less­mann Gm­bH

In al­le Kon­ti­nen­te der Er­de wer­den Bürs­ten der Less­mann Gm­bH ge­lie­fert. Das Un­ter­neh­men pro­du­ziert aus­schließ­lich in Oettingen und be­schäf­tigt der­zeit 220 Mit­ar­bei­ter.

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