Re­ser­ven für die Rent­ner

Donauwoerther Zeitung - - Erste Seite -

An­ders als der Staat sitzt die Deut­sche Ren­ten­ver­si­che­rung in die­sem Jahr­zehnt auf ei­ner Re­kor­d­re­ser­ve. Das sind Gel­der, die Bei­trags- und Steu­er­zah­ler müh­sam auf­ge­bracht ha­ben. Die Sum­me in der Bi­lanz für 2014 klingt enorm: 35 Mil­li­ar­den Eu­ro. Es re­la­ti­viert sich aber, wenn man be­denkt, dass da­mit die Ren­ten für ge­ra­de mal knapp zwei Mo­na­te be­zahlt wer­den kön­nen. Dann ist der Topf leer.

Was na­tür­lich nicht pas­sie­ren wird, weil Mo­nat für Mo­nat neue Mil­li­ar­den­bei­trä­ge flie­ßen. Aber schon jetzt nicht mehr im not­wen­di­gen Um­fang. Die Re­ser­ve be­ginnt da­hin­zu­schmel­zen. Be­reits 2021 könn­te sie bis an die er­laub­te Un­ter­gren­ze auf­ge­braucht sein, so­dass sie nur noch knapp ei­ne Wo­che rei­chen wür­de. Das fällt aus­ge­rech­net mit dem Ren­ten­ein­tritt der ers­ten ge­bur­ten­star­ken Jahr­gän­ge zu­sam­men. Die Fi­nanz­pro­ble­me wer­den sich au­to­ma­tisch ver­schär­fen.

Des­halb ist es gut, dass es jetzt die Re­kor­d­re­ser­ve für die Rent­ner gibt. Und auch, dass sie nicht durch deut­li­che­re Ren­ten­er­hö­hun­gen oder nied­ri­ge­re Bei­trags­sät­ze vor­ei­lig ver­bra­ten wird – ent­spre­chen­den Be­gehr­lich­kei­ten zum Trotz. Noch be­fin­det sich das Sys­tem im Gleich­ge­wicht. Aber es könn­te schnel­ler als ge­dacht kip­pen.

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