Fünf Mil­li­ar­den Mie­se

Lan­des­bank Land­tag stimmt Ge­ne­ral­ver­gleich mit Ös­ter­reich zu

Donauwoerther Zeitung - - Bayern - VON ULI BACH­MEI­ER München

Ei­nen Schluss­strich un­ter das größ­te Ver­lust­ge­schäft der baye­ri­schen Nach­kriegs­ge­schich­te hat ges­tern der Haus­halts­aus­schuss des Land­tags ge­zo­gen. In ge­hei­mer Sit­zung seg­ne­te die CSU-Mehr­heit den Ge­ne­ral­ver­gleich mit der Re­pu­blik Ös­ter­reich ab, der den Scha­den aus dem En­ga­ge­ment der Baye­ri­schen Lan­des­bank bei der Kärnt­ner Skan­dal­bank HGAA auf rund fünf Mil­li­ar­den Eu­ro be­gren­zen soll. Aus­ge­han­delt hat­ten den Ver­gleich Fi­nanz­mi­nis­ter Mar­kus Sö­der und der Land­tags­ab­ge­ord­ne­te und Rechts­an­walt Ernst Wei­den­busch (bei­de CSU). SPD, Freie Wäh­ler und Grü­ne ent­hiel­ten sich nach In­for­ma­tio­nen un­se­rer Zei­tung der Stim­me.

Die Plei­te mit der HGAA war ei­nes der größ­ten Pro­ble­me der Baye­ri­schen Lan­des­bank. Be­reits 2008 hat­te die Bay­ernLB in der Fi­nanz­kri­se mit zehn Mil­li­ar­den Eu­ro auf Kos­ten des Steu­er­zah­lers ge­ret­tet wer­den müs­sen. 2009 stell­te sich dann her­aus, dass auch die Toch­ter HGAA, die 2007 un­ter Mi­nis­ter­prä­si­dent Ed­mund Stoi­ber (CSU) vom Land Kärn­ten er­wor­ben wor­den war, in mas­si­ven Schwie­rig­kei­ten steckt. Bei der Rück­ga­be der HGAA an die Re­pu­blik Ös­ter­reich muss­te Bay­ern ei­nen Ver­lust von 3,75 Mil­li­ar­den Eu­ro in Kauf neh­men.

In der Fol­ge­zeit ge­lang es der Bay­ernLB al­ler­dings trotz ös­ter­rei­chi­scher Staats­ga­ran­ti­en nicht, aus­ste­hen­de For­de­run­gen in Hö­he von 2,6 Mil­li­ar­den Eu­ro ein­zu­trei­ben. Die Fol­ge wa­ren lang­wie­ri­ge und teu­re Rechts­strei­tig­kei­ten. Auch ein wuch­ti­ger Auf­tritt Sö­ders in Wi­en, bei dem er im Stil der frü­he­ren bri­ti­schen Pre­mier­mi­nis­te­rin Mar­ga­ret That­cher – „I want my mo­ney back“– die An­sprü­che Bay­erns gel­tend mach­te, brach­te kei­nen Er­folg.

Von den 2,6 Mil­li­ar­den konn­te in kom­pli­zier­ten Ver­hand­lun­gen nun aber zu­min­dest knapp die Hälf­te ge­ret­tet wer­den. Nach dem ös­ter­rei­chi­schen Na­tio­nal­rat stimm­te ges­tern auch der Haus­halts­aus­schuss des Land­tags zu.

Sö­der zeig­te sich zu­frie­den: „Es blei­ben Nar­ben, aber kei­ne Wun­den.“Die Op­po­si­ti­on da­ge­gen be­kräf­tig­te ih­re Kri­tik. Tho­mas Müt­ze (Grü­ne) sag­te, ein Ver­gleich sei von den Grü­nen schon vor Jah­ren ge­for­dert wor­den. Sie sei­en aber da­mals als „Lan­des­ver­rä­ter“be­schimpft wor­den. Bern­hard Pohl (Freie Wäh­ler) stell­te fest, dass zum jet­zi­gen Zeit­punkt nicht mehr mög­lich ge­we­sen sei. Die „un­ver­ant­wort­li­chen Feh­ler der Ver­gan­gen­heit“sei­en nicht mehr aus­zu­glei­chen ge­we­sen. Ha­rald Gül­ler (SPD) warf Sö­der vor, sich „wie ein Cow­boy“be­nom­men zu ha­ben. Erst der „Son­der­b­auf­trag­te Wei­den­busch“ha­be die Ver­hand­lun­gen zu ei­nem ver­tret­ba­ren Ab­schluss ge­bracht.

Foto: Lu­kas Barth, dpa

Schluss­strich des Land­tags un­ter die Lan­des­bank-Af­fä­re.

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