Hys­te­rie um die Wurst

Donauwoerther Zeitung - - Erste Seite - VON MICHA­EL KERLER mke@augs­bur­ger-all­ge­mei­ne.de

Was spricht da­ge­gen, sich zum Früh­stück ein Wurst­brot schme­cken zu las­sen? Nichts. Denn die De­bat­te um die Krebs­ge­fahr durch Wurst hat et­was Über­trie­be­nes er­reicht. Dies liegt dar­an, dass die Stu­die der WHO im Kern Selbst­ver­ständ­li­ches aus­spricht. Dass die im hoch­ver­ar­bei­te­ten Nah­rungs­mit­tel Wurst ent­hal­te­nen tie­ri­schen Fet­te ge­nau­so wie Ni­trit­pö­kel­salz nicht sehr ge­sund sind, das ist nicht neu. Wer täg­lich Un­men­gen ro­ter Wurst isst, tut sei­ner Ge­sund­heit si­cher nichts Gu­tes. Aber wie oft kommt das vor? Für die meis­ten Bür­ger ist Wurst ein Brot­be­lag. Die ver­zehr­te Men­ge hält sich in Gren­zen.

Im­mer mehr Nah­rungs­mit­tel ge­ra­ten der­zeit in die Dis­kus­si­on. Nicht nur Fleisch, auch Zu­cker, Weiß­mehl, Salz, Fet­te, teil­wei­se so­gar Milch. Das er­scheint fast bi­zarr, wa­ren ei­ni­ge die­ser Le­bens­mit­tel für vie­le Ge­ne­ra­tio­nen doch Gr­und­nah­rungs­mit­tel.

Ri­si­ken sol­len nie klein­ge­re­det wer­den. Doch meist ist es heu­te erst der un­ver­hält­nis­mä­ßi­ge Kon­sum, der Fet­te oder Zu­cker zum Ri­si­ko macht. Und wir soll­ten uns über­le­gen, ob an­de­re Fak­to­ren nicht viel schäd­li­cher sind: Be­we­gungs­man­gel, Um­welt­gif­te, Al­ko­hol, Ni­ko­tin. Wer sich aber viel be­wegt, Ge­mü­se liebt und die fri­sche Luft, der darf auch ein Wurst­brot es­sen. Al­les an­de­re wä­re Hys­te­rie.

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