Der letz­te Wurf

Donauwoerther Zeitung - - Donauwörth -

Es scheint, als wol­le sich der Herbst noch ein­mal aus­to­ben, ehe ihn der Win­ter ab­löst. Nur sel­ten lässt er die Son­ne durch die graue Wol­ken­de­cke blin­zeln. Ei­gent­lich scha­de, sonst wür­den die Blät­ter in vie­len bun­ten Far­ben leuch­ten. Viel Zeit bleibt für die­ses Na­tur­schau­spiel nicht mehr, denn bald wer­den die Bäu­me kahl sein. Die Wal­nuss zum Bei­spiel. Nur noch ein­zel­ne Nüs­se lässt sie zu Bo­den fal­len. Der letz­te Wurf so­zu­sa­gen. Da­nach hat es der Mensch leich­ter, denn die Ern­te ver­ur­sacht ei­nen gro­ßen Auf­wand und hin­ter­lässt ih­re Spu­ren.

Drei Din­ge braucht der Jä­ger der rau­en Scha­le. Ei­nen ge­sun­den Rü­cken zu­erst, denn aus­dau­ern­des Bü­cken ist er­for­der­lich, da­mit al­le Nüs­se des Ta­ges den Bo­den ver­las­sen. Schnel­lig­keit ist bei die­ser Ar­beit kaum mög­lich, weil sie manch­mal von ih­rem grü­nen Man­tel be­freit wer­den müs­sen. Be­vor die Fin­ger dann die Gu­ten ins Körb­chen und die Schlech­ten in die Bio­ton­ne be­för­dern, ist Re­gel Num­mer zwei zu be­ach­ten: Schüt­ze dei­ne Hän­de! Kei­ne künst­li­che Far­be ist so schwer zu ent­fer­nen wie das schmut­zi­ge Braun, das die Über­res­te der grü­nen Hül­len zeich­nen. Ta­ge­lang zeigt es sich re­sis­tent ge­gen Sei­fe und Wa­sch­lap­pen. Und dann gibt es noch ei­nen drit­ten Rat­schlag. Wer das Haus be­tritt, zie­he die Schu­he vor­her aus – denn was sich un­ter der Soh­le, zwi­schen dem Pro­fil be­fin­det, ist nicht stu­ben­rein.

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