Ei­ne üp­pi­ge Ab­fin­dung

Au­to­bau Nach nur ei­nem Jahr Ar­beit er­hält die Ju­ris­tin Hoh­mann-Denn­hardt we­gen ih­res früh­zei­ti­gen Ab­schieds von VW zwölf Mil­lio­nen Eu­ro. Das er­scheint man­chem Po­li­ti­ker zu viel

Donauwoerther Zeitung - - Wirtschaft -

Han­no­ver erst ho­he Be­zü­ge von Ma­na­gern in der ARD-Talk­show Anne Will hef­tig ge­schol­ten. „Wenn ein Kon­zern­chef in Deutsch­land ei­nen gan­zen Kon­zern durch sei­ne Fehl­ent­schei­dun­gen zum Wan­ken bringt, kriegt er an­schlie­ßend auch noch Bo­ni da­für“, klag­te Schulz.

In Wolfs­burg aber sit­zen SPD­Ge­nos­sen im VW-Auf­sichts­rat, Nie­der­sach­sen ist Groß­ak­tio­när. Die In­ter­es­sen des Lan­des im Kon­troll­gre­mi­um ver­tritt un­ter an­de­rem Mi­nis­ter­prä­si­dent Ste­phan Weil. Und der Auf­sichts­rat hat der Mil­lio­nen­ab­fin­dung Hoh­mann-Denn­hardts zu­ge­stimmt. Da­für be­kommt Weil nun Prü­gel von der Op­po­si­ti­on in Han­no­ver: „In der Öf­fent­lich­keit wet­tern die Ste­phan Weils, Mar­tin Schulz’ und Sig­mar Ga­b­ri­els der SPD im­mer sehr laut ge­gen Ma­na­ger-Ge­häl­ter“, pol­ter­te FDP-Vi­ze-Frak­ti­ons­chef Jörg Bo­de ges­tern im Land­tag. „Aber wenn sie sel­ber ver­ant­wort­lich sind, dann kön­nen sie als Ge­nos­sen der Bos­se gar nicht ge­nug Mil­lio­nen in die Ver­trä­ge schrei­ben.“Al­ler­dings: Über gel­ten­des Recht kann sich auch ei­ne Lan­des­re­gie­rung nicht hin­weg­set­zen. Kon­zern­vor­stän­de ha­ben Zeit­ver­trä­ge. Der von Hoh­mann-Denn­hardt war auf drei Jah­re be­fris­tet. Zu­dem hol­te VW die Ma­na­ge­rin von Daim­ler, wo sie des­halb auf ei­ne spä­te­re Ver­gü­tung ver­zich­te­te. Als Aus­lö­ser für den Ab­gang Hoh­mann­Denn­hardts gel­ten in­ter­ne Que­re­len. Ver­gli­chen mit der Pra­xis in den USA ist die Ab­fin­dung Hoh­mann-Denn­hardts üb­ri­gens be­schei­den. Do­nald Trumps neu­er Au­ßen­mi­nis­ter Rex Til­ler­son war vor­her Chef des US­Öl­kon­zerns Exxon – und be­kommt zum Ab­schied ei­ne Ab­fin­dung von et­wa 180 Mil­lio­nen Dol­lar.

Dass es in den USA schnell teu­er wer­den kann, merkt VW ak­tu­ell im

VW stimmt neu­er Mil­li­ar­den­zah­lung zu

Die­sel-Skan­dal. Dort gab es ges­tern ei­ne neue Mil­li­ar­den-Ei­ni­gung: VW zahlt den Be­sit­zern von grö­ße­ren Die­sel­fahr­zeu­gen mit 3-Li­ter-Mo­to­ren im Zu­ge von Rück­käu­fen ins­ge­samt bis zu 1,2 Mil­li­ar­den Dol­lar. Auch der Zu­lie­fe­rer Bosch hat sich we­gen des Ab­gas­skan­dals in den USA auf ei­nen Ver­gleich mit Ver­brau­chern und Händ­lern ge­ei­nigt. Bosch zahlt 327,5 Mil­lio­nen Dol­lar.

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