De­pri­mie­ren­des aus Ham­burg

Donauwoerther Zeitung - - Feuilleton -

2016 war für deutsch­spra­chi­gen Rock und Pop ein gu­tes Jahr – aber ganz si­cher kein gut ge­laun­tes. Die dun­kels­ten Wol­ken ver­brei­te­ten Iso­la­ti­on Ber­lin. Die Band Der Rin­ger war mit den miss­mu­ti­gen Haupt­städ­tern auf Tour, ver­öf­fent­lich­te mit ih­nen ei­nen EP und setzt mit dem Al­bum „Soft Kill“ein schwar­zes Zei­chen. Mu­si­ka­lisch ha­ben die bei­den Grup­pen aber eher we­nig ge­mein­sam. Tat­säch­lich ist die Mi­schung der Ham­bur­ger ge­wagt: Wa­vePop der 80er Jah­re trifft auf Wut-In­dus­tri­al, Rock der 90er so­wie In­die und R’n’B-Pop der Ge­gen­wart – in­ter­es­sant, for­dernd, aber nicht im­mer aus­ge­go­ren. Da­für geht es in den Tex­ten tief hin­ab: Sän­ger Jan­nik Schnei­der singt von den Freu­den des Er­frie­rens, von Mord­lust an der Spiel­kon­so­le und emp­fiehlt: „Öff­ne dei­ne Ve­nen und war­te ein­fach ab.“Vie­les spricht da­für, dass 2017 schon wie­der ein Jahr der De­pres­si­on wird. (mgo) *****

(Rca/So­ny Mu­sic)

Je­an Mi­chel Aweh: Raus aus dem Ne­bel

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