Kri­tik an Op­per­mann aus­derSPD

Par­tei pfeift Frak­ti­ons­chef zu­rück

Donauwoerther Zeitung - - Politik -

Ber­lin Der Vor­schlag des SPD-Bun­des­tags­frak­ti­ons­chefs Tho­mas Op­per­mann, aus dem Mit­tel­meer ge­ret­te­te Flücht­lin­ge nach Nord­afri­ka zu­rück­zu­brin­gen, kommt in Tei­len der ei­ge­nen Par­tei gar nicht gut an: Au­ßen­mi­nis­ter Sig­mar Ga­b­ri­el (SPD) hat sich ge­gen die Über­le­gun­gen sei­nes Par­tei­freun­des aus­ge­spro­chen. Li­by­en sei „ein sehr un­si­che­rer Platz“, sag­te Ga­b­ri­el am Mon­tag beim Tref­fen der EU-Au­ßen­mi­nis­ter in Brüs­sel.

Der Vor­sit­zen­de der SPD-Ar­beits­ge­mein­schaft Mi­gra­ti­on und Viel­falt, Aziz Boz­kurt, sag­te im Ber­li­ner Ta­ges­spie­gel, Op­per­mann ge­he „völ­lig un­nö­tig auf ei­nen wei­te­ren völ­ker­recht­lich be­denk­li­chen Vor­schlag der Uni­on zu“. Es sei „zy­nisch und men­schen­ver­ach­tend“, Auf­nah­me­la­ger in in­sta­bi­len nord­afri­ka­ni­schen Län­dern zu er­rich­ten, „um Ge­flüch­te­te nach dort ab­zu­schie­ben und ih­nen or­dent­li­che Asyl­ver­fah­ren zu ver­weh­ren“.

Die Grü­nen-Vor­sit­zen­de Si­mo­ne Pe­ter nann­te Op­per­mann ei­nen „Asyl-Hard­li­ner“. „Statt end­lich Flucht­ur­sa­chen zu be­kämp­fen, päp­peln Uni­on und SPD wei­ter zwie­lich­ti­ge Re­gime, lie­fern Waf­fen in Kri­sen­ge­bie­te und leis­ten zu we­nig Ent­wick­lungs­hil­fe“, sag­te sie der Ber­li­ner Zei­tung.

An­ge­sichts der ne­ga­ti­ven Re­ak­tio­nen sah sich Op­per­mann ge­nö­tigt, sei­nen um­strit­te­nen Vor­schlag zu prä­zi­sie­ren. Es sei „völ­lig klar“, dass man nach Li­by­en der­zeit kei­ne Flücht­lin­ge zu­rück­brin­gen kön­ne, sag­te er am Mon­tag. „Da­zu ist die­ses Land zu in­sta­bil.“Ge­mein­sam mit sta­bi­len Län­dern in Nord­afri­ka müs­se man aber „in­ter­na­tio­nal ge­führ­te, si­che­re und men­schen­wür­di­ge Auf­nah­me­ein­rich­tun­gen in den Tran­sit­län­dern“schaf­fen, um das kri­mi­nel­le Schlep­per­we­sen zu be­en­den“.

Th. Op­per­mann

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