Angst, den Ku­chen tei­len zu müs­sen?

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Zum Ar­ti­kel „Streit um Kas­sen­pa­ti­en­ten“vom 4. Fe­bru­ar: Mit Fas­sungs­lo­sig­keit muss­te ich le­sen, dass sich ein Arzt vor Ge­richt ver­ant­wor­ten muss, weil er sich für Pa­ti­en­ten ein­setzt, die in ih­rer Not zu ihm kom­men und von ihm Hil­fe er­war­ten. Die vom Ver­ein Nous or­ga­ni­sier­ten Fach­ärz­te spre­chen von „ag­gres­si­ver Pa­ti­en­ten­ak­qui­se sei­tens vie­ler Kli­ni­ken“und dass sich das Sys­tem be­währt ha­be, dass sich die Kli­ni­ken um die sta­tio­nä­re Ver­sor­gung und die nie­der­ge­las­se­nen Ärz­te um die am­bu­lan­ten Be­hand­lun­gen küm­mern. Falls dem so wä­re, könn­te ich dies nur be­ja­hen. Aber dem ist nicht so, denn die in ih­ren ei­ge­nen Pra­xen selbst­stän­dig tä­ti­gen Or­tho­pä­den ha­ben meist Be­leg­bet­ten in den Kran­ken­häu­sern der Um­ge­bung, um dort ih­re gut do­tier­ten Hüft- und Knie­pro­the­sen-Ope­ra­tio­nen durch­füh­ren zu kön­nen – und die so zu be­han­deln­den Pa­ti­en­ten sind kei­ne am­bu­lan­ten Fäl­le mehr. Könn­te es nicht so sein, dass die kla­gen­den Ärz­te Angst ha­ben, ih­ren Ku­chen tei­len zu müs­sen? Ge­ra­de in Do­nau­wörth ha­be ich sel­ber als Kas­sen­pa­ti­ent äu­ßerst schlech­te Er­fah­run­gen in ei­ner or­tho­pä­di­schen Pra­xis ge­macht. Nach ei­nem kur­zen Hand­schlag zur Be­grü­ßung frag­te mich der Or­tho­pä­de, war­um ich kom­me. Und ehe ich rich­tig ant­wor­ten und mei­ne Be­schwer­den in bei­den Bei­nen schil­dern konn­te, wur­de ich von dem Arzt mit fol­gen­den Wor­ten ge­stoppt: „Stopp, nur ei­ne Bau­stel­le. Ich ha­be ge­nau drei Mi­nu­ten Zeit für Sie, mehr be­kom­me ich von der Kas­se nicht be­zahlt.“Der Arzt hat sich kei­ne Ge­dan­ken ge­macht, wie sich der Pa­ti­ent fühlt, der zwei Mo­na­te auf den Ter­min ge­war­tet und all sei­ne Hoff­nun­gen auf ei­ne Hil­fe durch die­sen Arzt ge­setzt hat. Nun hat Do­nau­wörth ein or­tho­pä­di­sches Ärz­te­team in der Kli­nik be­kom­men, das kom­pe­tent und mensch­lich agiert, die nie­der­ge­las­se­nen Do­nau­wör­ther Kol­le­gen ent­las­tet – und uns Kas­sen­pa­ti­en­ten wird es un­mög­lich ge­macht, die­se Ärz­te auf­zu­su­chen. Trau­rig, trau­rig ... Ma­ri­an­ne Kraus, Kais­heim

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