Ge­fahr für die Ex­port­wirt­schaft

Donauwoerther Zeitung - - Erste Seite -

Kaum et­was be­wegt die Welt mehr, als die Fra­ge nach dem rich­ti­gen Um­gang mit dem neu­en US-Prä­si­den­ten. Die ei­nen zu­cken die Schul­tern, sa­gen, dass es mit Do­nald Trump so schlimm schon nicht wer­den wird. Die an­de­ren über­bie­ten sich mit Weh­kla­gen, sind über­zeugt, dass es noch viel schlim­mer wird, als sich das heu­te ir­gend­ei­ner vor­stel­len kann. Bei­de An­nah­men aber tau­gen nicht als Grund­la­ge für Ge­sprä­che mit dem Mann an der Spit­ze der nach wie vor wich­tigs­ten Na­ti­on der Welt.

Ei­nen in­ter­es­san­ten An­satz, wie das Ver­hält­nis zu Trump aus­se­hen könn­te, lie­fert aus­ge­rech­net der deut­sche Au­ßen­han­del. Da­bei ha­ben Wirt­schafts­bos­se oft die Nei­gung, aus­län­di­sche Staats­män­ner mit Samt­hand­schu­hen an­zu­fas­sen – auch wenn die­se es mit De­mo­kra­tie oder Men­schen­rech­ten nicht so ge­nau neh­men. Es könn­ten ja die ei­ge­nen Auf­trags­bü­cher lei­den.

Trumps Ab­schot­tungs­plä­ne aber stel­len für die deut­sche Ex­port­wirt­schaft ei­ne so gro­ße Ge­fahr dar, dass sie in die Of­fen­si­ve geht. Klar und deut­lich will sie dem gro­ßen US-Boss auf­zei­gen, was für sei­ne „Fir­ma“auf dem Spiel steht und dass er am En­de als der gro­ße Ver­lie­rer da­ste­hen könn­te. Knall­har­te Ver­hand­lun­gen von Chef zu Chef, Po­kern mit ho­hem Ri­si­ko – ob es klappt, ist frag­lich, man­gels Al­ter­na­ti­ven aber den Ver­such wert.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.