Da­mit ein Ski Un­fall nicht teu­er wird

Rat­ge­ber Win­ter­sport ist nicht un­ge­fähr­lich. Doch wer haf­tet auf der Pis­te?

Donauwoerther Zeitung - - Wirtschaft In Der Region -

Donauwörth In den ers­ten Mo­na­ten des Jah­res ist Hoch­sai­son für den Win­ter­sport. Beim Ski- und Snow­board­fah­ren kommt es je­doch häu­fig zu Un­fäl­len. Wer kei­ne Rück­sicht nimmt und ei­nen Un­fall ver­ur­sacht, kann für Schä­den haft­bar ge­macht wer­den. Auch straf­recht­li­che Kon­se­quen­zen wie Geld­stra­fen oder Haft sind mög­lich. Dar­über in­for­miert der An­walt­ver­ein Do­nauRies.

Wenn es um Un­fäl­le auf der Ski­pis­te geht, gel­ten ähn­li­che Re­geln wie bei an­de­ren Un­fäl­len. „Es gilt der all­ge­mei­ne Haf­tungs­maß­stab nach dem Bür­ger­li­chen Ge­setz­buch. Dem­nach haf­tet der­je­ni­ge, der vor­sätz­lich oder fahr­läs­sig han­delt“, sagt Rechts­an­wäl­tin Andrea Theu­rer, Vor­sit­zen­de des An­walt­ver­eins Do­nau-Ries. Fahr­läs­sig han­delt, wer die er­for­der­li­che Sorg­falt au­ßer Acht lässt.

Was un­ter der er­for­der­li­chen Sorg­falt auf der Ski­pis­te zu ver­ste­hen ist, hat der In­ter­na­tio­na­le Ski­ver­band (FIS) fest­ge­legt. Er hat Re­geln für Win­ter­sport­ler auf der Pis­te for­mu­liert und ruft dar­in un­ter an­de­rem zu um­sich­ti­gem Fah­ren auf: Nie­mand dür­fe sich so ver­hal­ten, dass da­durch an­de­re Fah­rer ge­fähr­det oder ge­schä­digt wer­den.

Grund­sätz­lich dür­fe von al­len Sei­ten über­holt wer­den, al­ler­dings mit aus­rei­chend Ab­stand zu den an­de­ren Fah­rern. Der von hin­ten kom­men­de Sport­ler müs­se sei­ne Fahr­spur da­bei so wäh­len, dass an­de­re Fah­rer nicht ge­fähr­det wer­den.

Für den Fall, dass es zu ei­nem Un­fall kommt, rät Rechts­an­wäl­tin Theu­rer: „Wich­tig ist, Ru­he zu be­wah­ren und sich nach Zeu­gen um­zu­se­hen, die den Un­fall be­ob­ach­tet ha­ben.“So sei es spä­ter leich­ter, den Un­fall­her­gang zu be­le­gen.

Wer für Un­fall­schä­den haf­ten muss, hängt vom Ein­zel­fall ab. In Deutsch­land gel­te das Ver­schul­den­s­prin­zip: Wer auf der Pis­te nicht auf­passt und des­halb je­man­den ver­letzt, muss für die Schä­den auf­kom­men, die dem Un­fall­op­fer ent­ste­hen. Das kön­nen zum Bei­spiel Ver­dienst­aus­fäl­le sein. Wer ei­nen an­de­ren Sport­ler auf der Pis­te ver­letzt, muss auch mit straf­recht­li­chen Kon­se­quen­zen rech­nen. Bei ei­ner vor­sätz­li­chen oder fahr­läs­si­gen Kör­per­ver­let­zung dro­hen Geld- oder Haft­stra­fen.

Häu­fig dis­ku­tiert wird in die­sem Zu­sam­men­hang, ob man auf der Pis­te ei­nen Helm tra­gen muss. Ei­ne Helm­pflicht für Ski­fah­rer be­steht in Deutsch­land nicht. Auf Ski­pis­ten sind Hel­me mitt­ler­wei­le al­ler­dings sehr ver­brei­tet. Wer als Ski­fah­rer oh­ne Helm un­ter­wegs ist, ris­kiert, auch bei ei­ner Ver­let­zung in­fol­ge ei­nes nicht selbst ver­schul­de­ten Un­falls ei­ne Mit­schuld an­ge­las­tet zu be­kom­men. (pm)

Fo­to: Ma­ne­gold

Ski­fah­ren macht Spaß – auch we gen der Ge­schwin­dig­keit. Doch wenn ein Un­fall pas­siert, soll­te man rich­tig re­agie­ren.

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