Soul im 21. Jahr­hun­dert

Donauwoerther Zeitung - - Feuilleton -

Chris­to­pher Tay­lor ali­as SOHN kann sich über man­geln­de Auf­merk­sam­keit nicht be­schwe­ren. War der ge­bür­ti­ge Lon­do­ner und zwi­schen­zeit­li­che Wahl-Wie­ner beim Er­schei­nen sei­nes De­büt­al­bums „Tre­mors“noch ein Ge­heim­tipp, wur­de er zum ge­frag­ten Pro­du­zen­ten für die Stars des R’n’B. Tay­lor, in­zwi­schen nach Ka­li­for­ni­en um­ge­sie­delt, ist al­so gut im Ren­nen – und vi­el­leicht hat er sein zwei­tes Werk auch des­halb „Ren­nen“ge­tauft. Auf die­sem führt er sei­ne hy­per­ge­styl­te, elek­tro­ni­sche, von den Nach­klän­gen des Dub­step-Hy­pes ge­präg­te Soul­mu­sik wei­ter in Rich­tung Per­fek­ti­on. Was al­ler­dings nicht un­be­dingt ein Vor­teil sein muss: Im Ver­gleich zu sei­nem eng­li­schen Lands­mann Ja­mes Bla­ke fehl­te SOHN schon im­mer ein we­nig die exis­ten­zi­el­le Tie­fe – bei „Ren­nen“setzt sich die­ser Trend fort. Doch auch Platz zwei ist ein gu­tes Er­geb­nis: So frisch klingt R’n’B im 21. Jahr­hun­dert. (mgo) **** *

(4ad/Beggars/In­di­go)

SOHN: Ren­nen

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