Be­reit­schafts­pra­xis in Nörd­lin­ger Kli­nik kommt

Ge­sund­heit Wer au­ßer­halb der Arzt­sprech­zei­ten ei­nen All­ge­mein­me­di­zi­ner braucht, muss bald nicht mehr in die Not­auf­nah­me ge­hen. War­um das Mo­dell jetzt doch noch im Ries Ein­zug hält

Donauwoerther Zeitung - - Landkreis - VON BERND SCHIED

Nörd­lin­gen Was un­se­re Zei­tung be­reits En­de ver­gan­ge­nen Jah­res be­rich­tet hat­te, wur­de jetzt von der Kas­sen­ärzt­li­chen Ver­ei­ni­gung Bay­ern (KVB) ge­gen­über dem CSUBun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten Ul­rich Lan­ge of­fi­zi­ell be­stä­tigt: am Nörd­lin­ger Stif­tungs­kran­ken­haus wird ei­ne Be­reit­schafts­pra­xis ein­ge­rich­tet. Wann es so­weit sein wird, ist der­zeit noch of­fen. Vor­her müss­ten noch ei­ni­ge De­tail­fra­gen ge­klärt wer­den, heißt es.

Be­kannt­lich soll die­se Pra­xis da­zu die­nen, au­ßer­halb der Sprech­zei­ten der nie­der­ge­las­se­nen Ärz­te Krank­heits­fäl­le zu be­han­deln und da­mit die Not­fall­am­bu­lan­zen der Kran­ken­häu­ser zu ent­las­ten. Ge­plant ist, sams­tags, sonn­tags so­wie an Fei­er­ta­gen von 8 bis 22 Uhr die Pra­xis am Stift mit ei­nem dienst­ha­ben­den Arzt zu be­set­zen, der sich aus rund 25 nie­der­ge­las­se­nen Me­di­zi­nern aus dem Ries re­kru­tiert. Die­se müs­sen al­ler­dings auch in den künf­ti­gen Be­reit­schafts­pra­xen in Do­nau­wörth und Dil­lin­gen mit­wir­ken und Di­ens­te ma­chen.

Nach 22 Uhr sind die Not­fall­am­bu­lan­zen der Kli­ni­ken zu­stän­dig. Den­je­ni­gen Pa­ti­en­ten, die nicht selbst in die Be­reit­schafts­pra­xen kom­men kön­nen, steht ein Arzt für Haus­be­su­che zur Ver­fü­gung, der von ei­nem Fah­rer an den je­wei­li­gen Ein­satz­ort ge­bracht wird. In le­bens­be­droh­li­chen Fäl­len gilt al­ler­dings wei­ter­hin die No­t­ruf­num­mer 112 rund um die Uhr.

Das ge­mein­sa­me Kom­mu­nal­un­ter­neh­men (gKU) stellt die ent­spre­chen­den Rä­um­lich­kei­ten zur Ver­fü­gung. Die Pra­xis­aus­stat­tung stellt die KVB.

Pra­xis stand zwi­schen­durch in­fra­ge

Zwi­schen­durch stand die Not­fall­pra­xis am Stif­tungs­kran­ken­haus in­fra­ge. Die Kas­sen­ärzt­li­che Ver­ei­ni­gung ar­gu­men­tier­te da­mit, dass im Raum Nörd­lin­gen zu we­nig Ärz­te für ei­nen Be­reit­schafts­dienst zur Ver­fü­gung stün­den. Lan­ge woll­te dies je­doch so nicht hin­neh­men. Er brach­te das Ge­gen­ar­gu­ment ins Spiel, dass gro­ße Tei­le der Rie­ser Be­völ­ke­rung im Fall von Er­kran­kun­gen an Wo­che­n­en­den und Fei­er­ta­gen lan­ge An­fahrts­we­ge zur nächs­ten ver­füg­ba­ren Art­z­pra­xis in Kauf neh­men müss­ten, was nicht al­len zu­ge­mu­tet wer­den kön­ne. Lan­ge streb­te fort­an ei­nen Kom­pro­miss mit der KVB an, der so­wohl für die Ärz­te, als auch die Pa­ti­en­ten trag­bar wä­re. Nach zahl­rei­chen Ge­sprä­chen ge­lang schließ­lich der Durch­bruch. Mit der jetzt ge­fun­de­nen Lö­sung sei es ge­lun­gen, den Rie­sern bei drin­gen­den Be­hand­lungs­fäl­len ei­ne schnel­le Er­reich­bar­keit zu ei­nem Be­reit­schafts­arzt am Stif­tungs­kran­ken­haus zu er­mög­li­chen oh­ne gleich­zei­tig die an­säs­si­gen Ärz­te über Ge­bühr zu be­las­ten, be­ton­te der Ab­ge­ord­ne­te in ei­ner Pres­se­mit­tei­lung. Auch Land­rat Ste­fan Röß­le äu­ßer­te sich er­leich­tert. Nach dem Hin und Her der KVB stün­den künf­tig für Pa­ti­en­ten im Raum Nörd­lin­gen ad­äqua­te Be­hand­lungs­mög­lich­kei­ten au­ßer­halb der üb­li­chen Sprech­zei­ten der nie­der­ge­las­se­nen Ärz­te zur Ver­fü­gung.

Wie be­rich­tet, war Röß­le über die zwi­schen­zeit­li­che Ab­sa­ge an Nörd­lin­gen mäch­tig ver­är­gert, weil im Früh­som­mer ver­gan­ge­nen Jah­res ein KVB-Ver­tre­ter ihm bei ei­nem Tref­fen der Ge­sund­heits­re­gi­on Plus in Oet­tin­gen ei­ne Not­fall­pra­xis am Stift zu­ge­sagt hat­te – mit der Er­laub­nis, das auch zu kom­mu­ni­zie­ren.

Sym­bol­fo­to: Pleul, dpa

Pa­ti­en­ten im Ries kön­nen künf­tig auch in Nörd­lin­gen ei­ne Be­reit­schafts­pra­xis be­su chen. Sie er­öff­net im Stif­tungs­kran­ken­haus.

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