Der Spa­rer ist der Ver­lie­rer

Donauwoerther Zeitung - - Erste Seite - VON SA­RAH SCHIERACK schsa@augs­bur­ger all­ge­mei­ne.de

Die fet­ten Jah­re schei­nen für Ver­brau­cher erst ein­mal vor­bei. Die Prei­se für Roh­öl, die in den ver­gan­ge­nen zwei­ein­halb Jah­ren ex­trem nied­rig wa­ren, stei­gen wie­der – und mit ih­nen die In­fla­ti­on. Zwar ist ein Wert von 1,9 Pro­zent im his­to­ri­schen Ver­gleich nicht dra­ma­tisch. Im­mer­hin lag die Teue­rung vor 30 oder 40 Jah­ren so­gar bei über fünf Pro­zent. Heu­te sind die Zin­sen je­doch deut­lich nied­ri­ger als da­mals. Das macht die ak­tu­el­le Si­tua­ti­on so fa­tal für al­le Spa­rer.

Denn jetzt be­kom­men sie die Geld­po­li­tik der Eu­ro­päi­schen Zen­tral­bank in ih­rer vol­len Wucht zu spü­ren: Wer Geld auf ei­nem Spar­buch, Ta­ges­geld- oder Fest­geld­kon­to an­ge­legt hat, er­hält da­für nicht nur kei­ne Zin­sen mehr – das Er­spar­te ver­liert durch die In­fla­ti­on so­gar noch an Wert. Je wei­ter die Teue­rung steigt, des­to grö­ßer sind die Ver­lus­te.

Die Eu­ro­päi­sche Zen­tral­bank wird al­ler­dings so schnell nicht von ih­rem Kurs abrü­cken. EZB-Chef Ma­rio Draghi hat ei­ne In­fla­ti­on von zwei Pro­zent als er­klär­tes Ziel aus­ge­ru­fen. Dem Ver­brau­cher blei­ben in die­ser Si­tua­ti­on nicht vie­le Al­ter­na­ti­ven: Er kann sein Geld aus­ge­ben, gro­ße An­schaf­fun­gen ma­chen. Oder er kann sich an­de­re An­la­ge­mög­lich­kei­ten su­chen, Ak­ti­en oder Im­mo­bi­li­en. Und zu­min­dest dar­auf hof­fen, dass die In­ves­ti­ti­on sich spä­ter ein­mal aus­zahlt.

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