War­um die Pfäff­lin­ger Wie­sen ab März ta­bu sind

Donauwoerther Zeitung - - Landkreis -

Nörd­lin­gen Die Pfäff­lin­ger Wie­sen sind ei­nes der be­deu­tends­ten Wie­sen­brü­ter­ge­bie­te Bay­erns. Das teilt das Land­rats­amt mit. Mehr als 30 Paa­re des Gro­ßen Brach­vo­gels brü­ten dort re­gel­mä­ßig. Da­mit stel­len die Pfäff­lin­ger Wie­sen das größ­te Brut­vor­kom­men des Gro­ßen Brach­vo­gels in Schwa­ben. Auch der „stark ge­fähr­de­te“Kie­bitz brü­tet dort in gro­ßer Zahl. Wat­vö­gel wie Al­pen­strand­läu­fer, Gold­re­gen­pfei­fer und Re­gen­brach­vo­gel nut­zen die Wie­sen als Rast­ge­biet. Gäs­te wie Rau­fuß­bus­sard und Korn­wei­he steu­ern das Ge­biet im Win­ter an.

Auch für Re­he, Feld­ha­sen und Reb­hüh­ner stel­len die Wie­sen ein Rück­zugs­ge­biet dar. Da­ne­ben braucht auch das Jagd­wild ge­ra­de wäh­rend der Zeit der Brut und Jun­genauf­zucht Ru­he im Ge­biet, um sich fort­zu­pflan­zen. Dar­um wur­de be­reits 2006 im Rah­men der Fl­ur­neu­ord­nung ein mit al­len Be­tei­lig­ten ab­ge­stimm­tes Be­su­cher­len­kungs­kon­zept er­ar­bei­tet – mit Emp­feh­lun­gen, wel­che We­ge wäh­rend der Brut­zeit bes­ser nicht be­nutzt wer­den soll­ten, um au­ßer­halb der Flucht­dis­tanz der Brut­vö­gel zu blei­ben und die­se nicht zu stö­ren.

Hin­weis­ta­feln wei­sen seit 2009 am Rand der Pfäff­lin­ger Wie­sen auf mög­li­che al­ter­na­ti­ve We­ge am Ran­de des Schutz­ge­bie­tes hin. Trotz die­ses Be­su­cher­len­kungs­kon­zep­tes kam es in den ver­gan­ge­nen Jah­ren laut der Be­hör­de im­mer wie­der zu Stö­run­gen durch Frei­zeit­nut­zer al­ler Art – et­wa Or­ni­tho­lo­gen, die die Wie­sen zu Fuß durch­quer­ten und Hun­de­be­sit­zer, die ih­re Vier­bei­ner per Au­to aus­führ­ten. Dies al­les führ­te zu sin­ken­den Brut­paar- und Bruter­folgs­zah­len. Im Au­gust trat nun die Ver­ord­nung des Land­rats­am­tes über die Be­schrän­kung der Er­ho­lungs­nut­zung wäh­rend der Brut­zeit in Kraft, das die Vor­schlä­ge des Be­su­cher­len­kungs­kon­zep­tes in ei­ne Rechts­ver­ord­nung über­nom­men hat. Die­se be­sagt, dass vom 1. März bis 15. Ju­li ei­nes Jah­res Frei­zeit­nut­zer die Kern­zo­ne der Pfäff­lin­ger Wie­sen auch auf be­ste­hen­den We­gen nicht mehr be­tre­ten dür­fen. Die Kern­zo­ne um­fasst 370 Hek­tor des 550 Hekt­ar gro­ßen Vo­gel­schutz­ge­bie­tes „Nörd­lin­ger Ries und Wör­nitz­tal“. Ei­gen­tü­mer und Flä­chen­be­wirt­schaf­ter sind von der Be­tre­tungs­re­ge­lung aus­ge­nom­men.

Vor­läu­fig gilt die Ver­ord­nung bis En­de 2021. In die­sem Zei­t­raum soll er­mit­telt wer­den, ob der Weg­fall von Stö­run­gen zu ei­nem sta­bi­len Bruter­folg bei­trägt. Um ei­nen Ein­blick in den Wie­sen­brü­ter­le­bens­raum zu zei­gen, bie­tet die Ge­biets­be­treue­rin nach der Brut­zeit ei­ne Füh­rung in die Pfäff­lin­ger Wie­sen an, bei der Le­bens­wei­se und -raum der sel­te­nen Ar­ten nä­her ge­bracht wer­den. (pm)

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