Das Smart­pho­ne stört den Fei­er­abend

Ar­beits­welt Mo­bi­le End­ge­rä­te ma­chen es mög­lich, für den Job im­mer er­reich­bar zu sein. Aber das kann auch zu deut­lich mehr Stress füh­ren. Was je­der da­ge­gen tun kann

Donauwoerther Zeitung - - Wirtschaft In Der Region -

Do­nau­wörth 51 Mil­lio­nen Men­schen ha­ben in Deutsch­land 2016 ein Smart­pho­ne ge­nutzt. Im­mer und fast über­all klin­geln, piep­sen und vi­brie­ren die klei­nen Al­les­kön­ner. Nach­rich­ten, Ge­sprä­che, Ein­käu­fe, Or­ga­ni­sa­ti­on – al­les läuft heu­te über in­ter­net­fä­hi­ge mo­bi­le End­ge­rä­te.

Auch im Job sei­en sie un­ver­zicht­bar und leg­ten vie­le Be­schäf­tig­te ans Gän­gel­band, heißt es in ei­ner Pres­se­mit­tei­lung der Bar­mer: „Denn ein Groß­teil der Be­rufs­tä­ti­gen ist in­zwi­schen auch für ih­ren Ar­beit­ge­ber stän­dig er­reich­bar.“Da­mit kön­ne der Nach­teil ent­ste­hen, dass es kei­nen rich­ti­gen Fei­er­abend mehr gibt. Emo­tio­na­le Er­schöp­fung – das so­ge­nann­te Burn-out-Syn­drom – steht im en­gen Zu­sam­men­hang mit die­ser Ent­wick­lung. Laut ei­ner be­völ­ke­rungs­re­prä­sen­ta­ti­ven Stu­die in Deutsch­land der Uni­ver­si­tät St. Gal­len, aus dem ver­gan­ge­nen Jahr, füh­len sich 23 Pro­zent der Be­frag­ten emo­tio­nal durch ih­re Ar­beit er­schöpft. Das liegt zum Teil am An­pas­sungs­druck, den die tech­no­lo­gi­sche Ent­wick­lung zu ei­ner im­mer schnel­ler ge­tak­te­ten Ar­beits­welt aus­übt. Die Angst vor dem Ver­lust des Ar­beits­plat­zes führt bei neun Pro­zent der Be­schäf­tig­ten zu er­höh­ten Er­schöp­fungs­an­zei­chen. Au­ßer­dem be­las­tet die end­lo­se Kom­mu­ni­ka­ti­on die Men­schen. Vie­le Kla­gen über die E-Mail-Flut, die für ih­re ei­gent­li­che Ar­beits­auf­ga­be kei­ne Be­deu­tung hat. Des Wei­te­ren re­sul­tiert aus der Di­gi­ta­li­sie­rung ein er­höh­ter Zu­griff an­de­rer Men­schen auf die ei­ge­ne Zeit. Die­se Fremd­be­stim­mung in hö­he­rem Ma­ße kann zur psy­chi­schen Be­las­tung wer­den.

Auch Kon­flik­te zwi­schen Ar­beit und Fa­mi­lie er­ge­ben sich. Ei­ne fle­xi­ble­re Ein­tei­lung der Ar­beits­zei­ten kann aber auch zu ei­ner bes­se­ren Ver­ein­bar­keit von Be­ruf und Fa­mi­lie füh­ren. Um emo­tio­na­ler Er­schöp­fung vor­zu­beu­gen, rät die Bar­mer im Land­kreis Ar­beit­neh­mern, selbst die Initia­ti­ve er­grei­fen:

ei­ne kla­re emo­tio­na­le Ab­gren­zung von Be­ruf und Frei­zeit Er­ho­lung in den Ar­beits­pau­sen die Frei­zeit für Pri­va­tes nut­zen. Die mo­bi­len End­ge­rä­te wie Smart­pho­nes, Smart­wat­ches und Ta­blets soll­ten au­ßer­halb der Ar­beits­zeit nicht für Ge­schäft­li­ches ge­nutzt wer­den. Auch re­gel­mä­ßi­ge Be­we­gung trägt zu mehr Wohl­be­fin­den bei. Wer häu­fi­ger joggt, ra­delt oder schwimmt, kann bei­spiels­wei­se das Auf­tre­ten von Kopf­schmer­zen und Mi­grä­ne in der di­gi­ta­li­sier­ten Ar­beits­welt deut­lich re­du­zie­ren.

Zu­dem rät die Bar­mer Nein zu sa­gen, wenn es dar­um geht, stets er­reich­bar zu sein. In ei­nem klar de­fi­nier­ten Rah­men sei­en Be­reit­schafts­diens­te si­cher nicht zu ver­mei­den. Die Frei­zeit soll­te zum Ab­schal­ten und zur Er­ho­lung die­nen – auch die Mit­tags­pau­se. Be­son­ders bei sit­zen­der Tä­tig­keit und für Men­schen mit Bü­ro­ar­beits­plät­zen sind Be­we­gungs­pau­sen, die kör­per­li­che Ak­ti­vi­tät be­inhal­ten, emp­feh­lens­wert.

Wei­te­re Tipps:

„Ent­schleu­ni­gungs­oa­sen“schaf­fen: Dar­un­ter sind Frei­räu­me zu ver­ste­hen, in de­nen man ex­pli­zit nicht er­reich­bar ist, und auch Or­te, an de­nen man zu kei­ner Zeit ar­bei­tet.

Zeit mit Fa­mi­lie und Freun­den ver­brin­gen: Man soll­te dar­auf ach­ten, dass sich im Le­ben nicht al­les um die Ar­beit dreht.

An der Be­zie­hung zu Kol­le­gen und Vor­ge­setz­ten ar­bei­ten.

Die Bar­mer rät, sich re­gel­mä­ßig zu be­we­gen. Wan­dern, Fit­ness­trai­ning, Schwim­men und Rad­fah­ren sind gut ge­eig­net, die Ge­sund­heit zu un­ter­stüt­zen. (pm)

Fo­to: Ima­go

Nach Fei­er­abend noch schnell ge­schäft­li­che E Mails schrei­ben? Für vie­le An­ge­stell­te und Füh­rungs­kräf­te kei­ne Sel­ten­heit.

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