Schü­ler brau­chen Auf­klä­rung

Donauwoerther Zeitung - - K!ar.text - Dro­gen

Dro­gen sind fes­ter Be­stand­teil der Ge­sell­schaft, nur wol­len das die we­nigs­ten wahr­ha­ben. App­le-Grün­der Ste­ve Jobs, ein Pio­nier der Di­gi­ta­li­sie­rung, be­kann­te sich öf­fent­lich da­zu, der Kon­sum von LSD ha­be ihn zur Er­fin­dung des iPho­nes in­spi­riert. Dro­gen­kon­sum darf man nicht ver­harm­lo­sen – ihn ein­fach nur zu ver­teu­feln, ist aber auch der fal­sche Weg. Am wich­tigs­ten ist es, jun­gen Men­schen zu er­klä­ren, wie die Sub­stan­zen über­haupt wir­ken und was sie her­vor­ru­fen. Wenn in der Schu­le über Dro­gen ge­spro­chen wird, dann fehlt die­ser Blick­win­kel. Statt­des­sen hört man im­mer nur „Fin­ger weg!“. Da­bei wä­re es wich­tig, zu er­läu­tern, wel­che Ge­füh­le der Mensch durch Dro­gen er­fah­ren kann – so­wohl das Hoch­ge­fühl als auch die Tief­pha­sen nach dem Rausch. Denn erst der Über­ra­schungs­ef­fekt beim ers­ten Kon­sum macht die Er­fah­rung so über­wäl­ti­gend wie bei Micha­el.

Mit „Fin­ger weg!“er­reicht man bei re­bel­li­schen Ju­gend­li­chen so­wie­so meist nur das Ge­gen­teil. Es ist wich­tig, dass sich Schü­ler früh mit die­sem The­ma aus­ein­an­der­set­zen und im Un­ter­richt er­fah­ren, was mit Kör­per und Ge­hirn pas­siert, wenn sie Dro­gen neh­men. Erst wenn jun­ge Men­schen über Wir­kung und Ri­si­ken Be­scheid wis­sen, sind sie in der La­ge, Für und Wi­der ab­zu­wä­gen. Rei­nes Ver­drän­gen der Pro­ble­me hilft nicht.

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