Das gan­ze Jahr Sa­lat?

Donauwoerther Zeitung - - Meinung & Dialog -

Zu „Der Eis­berg­sa­lat als Lu­xus­gut“(Wirt­schaft) vom 18. Fe­bru­ar: In wel­cher Welt sind wir an­ge­kom­men, wenn wir in­zwi­schen das gan­ze Jahr durch den­sel­ben Sa­lat, im­mer To­ma­ten, Pa­pri­ka und Gur­ken kon­su­mie­ren, weil das ein­hei­mi­sche Win­ter­ge­mü­se in­zwi­schen nur noch der Ge­ne­ra­ti­on der über 60-Jäh­ri­gen ver­traut ist? Da wird ei­ner­seits die Ver­ein­heit­li­chung des Spei­se­plans be­klagt, und an­de­rer­seits über die mit Lkw ver­stopf­ten Au­to­bah­nen ge­jam­mert. Und wenn’s dann auch im Sü­den mal rich­tig kalt wird, be­schlei­chen uns Ängs­te vor Man­gel und Knapp­heit, wenn der me­di­ter­ra­ne Ge­mü­se-Nach­schub aus­bleibt. Da­bei pre­di­gen Land­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­en, Ver­brau­cher- und Um­welt­ver­bän­de seit Jah­ren, dass re­gio­nal und sai­so­nal ein­zu­kau­fen im­mer die bes­se­re Wahl ist. Dass in Ih­rem Ar­ti­kel die­ser Kon­text mit kei­nem Ster­bens­wört­chen er­wähnt wird, ist auch ein Ar­muts­zeug­nis Ih­rer Re­dak­ti­on. Wie schön, dass es bald schon Ge­wächs­haus­gur­ken aus der Re­gi­on gibt: Wie viel Ener­gie da­für auf­ge­wen­det wer­den muss­te, um in den zu­rück­lie­gen­den Frost­wo­chen emp­find­li­che Gur­ken­pflan­zen auf­zu­päp­peln, dar­über macht sich nie­mand Ge­dan­ken. Ein Ar­muts­zeug­nis in Zei­ten von Ener­gie­knapp­heit und Kli­ma­er­wär­mung. Da hät­te ich mir schon ei­nen dif­fe­ren­zier­te­ren Blick aufs The­ma ge­wünscht! Jo­se­fi­ne An­de­rer Hirt, Windach

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