Durch das Augs­burg des Jah­res 1528

Le­sung Die Au­to­rin Dagmar Hol­ler stellt ih­ren Ro­man „Das Ge­heim­nis der Hei­le­rin“vor. Es ist ei­ne dop­pel­te Pre­mie­re

Donauwoerther Zeitung - - Blickpunkt Kultur -

Tapf­heim Es war nicht die Frank­fur­ter Buch­mes­se, nein, der Tapf­hei­mer Ge­mein­de­bü­che­rei war erst­mals die Vor­stel­lung ei­nes druck­frisch er­schie­ne­nen Bu­ches vor­be­hal­ten. Und auch für Dagmar Hol­ler war es ei­ne Pre­mie­re, denn der Ro­man, aus dem sie las, ist ihr Erst­ling. Von Ga­bi Pfef­fe­rer aus dem Bü­che­rei­team und ei­ner gro­ßen Zahl er­war­tungs­vol­ler Zu­hö­rer herz­lich be­grüßt, las die Au­to­rin aus­zugs­wei­se „Das Ge­heim­nis der Hei­le­rin“.

Die Hand­lung spielt im ers­ten Drit­tel des 16. Jahr­hun­derts in be­kann­ten Stadt­vier­teln, ge­schichts­träch­ti­gen Ge­bäu­den und auf mar­kan­ten Stra­ßen und Plät­zen Augs­burgs. Es ist ein groß­ar­ti­ger, his­to­ri­scher Ro­man, der de­tail­lier­te Ein­bli­cke in die­se Zeit gibt und den Le­ser in der be­gin­nen­den Re­nais­sance­zeit durch die Stadt wan­deln lässt.

1528 be­grün­den Eli­sa und Matthias Eg­gen­ber­ger ei­ne neue Blei­be im Augs­bur­ger Ge­orgs­vier­tel. Als Hen­ker­sto­cher hät­te sie nie­mals die Ehe­frau ei­nes Pa­tri­zi­er­s­oh­nes wer­den dür­fen und so ver­schwei­gen sie ih­re Her­kunft. Eli­sa küm­mert sich um die Kran­ken im Lech­vier­tel, freun­det sich mit Ame­lin­de aus der Ge­schütz­gie­ße­rei na­he am Wertach­bru­cker Tor an und die Welt scheint in Ord­nung, bis ein hin­ter­häl­ti­ger Kräu­ter­händ­ler auf dem Markt am Metz’gplatz auf­taucht und Eli­sa als Tü­bin­ger Hen­ker­sto­cher er­kennt. So die Aus­gangs­la­ge des span­nungs­ge­la­de­nen Ro­mans.

Die Au­to­rin führt durch die gro­ße Han­dels­stadt des eben zu En­de ge­gan­ge­nen Mit­tel­al­ters. Ih­re fun­dier­ten und jah­re­lan­gen Re­cher­chen las­sen ein Bild da­von ent­ste­hen, wel­chen Ein­flüs­sen Augs­burg durch die Be­woh­ner, Pa­tri­zi­er, Han­dels­häu­ser und Stän­de hat­te, aber auch wel­chen In­tri­gen sie aus­ge­setzt war. In der Dis­kus­si­on mit den Zu­hö­rern ver­band die Schrift­stel­le­rin die ge­schicht­li­chen Er­eig­nis­se und Be­gleit­um­stän­de zum The­ma. Dass dem Ro­man ei­ne Sa­ge zu­grun­de liegt, stei­gert je­den­falls den Wahr­heits­ge­halt der Ge­schich­te, zu der die Ein­drü­cke ei­ner nächt­li­chen Stadt­füh­rung den Aus­schlag ga­ben. Die Jus­tiz­be­am­tin Dagmar Hol­ler hat be­reits ei­ne Rei­he von Kurz­ge­schich­ten und Heft­ro­ma­nen ver­öf­fent­licht. Ih­re Be­geis­te­rung für die His­to­rie hat­te ih­re Grund­la­ge im fes­seln­den Un­ter­richt ih­res Ge­schichts­leh­rers. Mit die­ser Be­geis­te­rung will sie wei­te­re his­to­ri­sche Ro­ma­ne auf den Markt brin­gen. Be­reits am 4. April er­scheint der neue Ro­man his­to­ri­scher Art, dies­mal mit ei­ner Hand­lung in ih­rem Lieb­lings­land, Ir­land. Und ein wei­te­res Tref­fen mit den Zu­hö­re­rin­nen und Zu­hö­rern der Tapf­hei­mer Au­to­ren­le­sung ist eben­falls be­reits ge­bucht. „Auf den Spu­ren von Eli­sa“will Dagmar Hol­ler im Som­mer mo­nat­lich ein­mal auf den We­gen der ge­heim­nis­vol­len Hei­le­rin durch Augs­burg füh­ren. (we)

Foto: Wal­ter Ernst

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