Kei­ne Aus­flüch­te, Herr Spa­en­le!

Donauwoerther Zeitung - - Erste Seite -

Seit die Re­gie­rung Stoi­ber in Bay­ern kopf­los das acht­stu­fi­ge Gym­na­si­um be­schloss, hat sich der Är­ger dar­über nicht ge­legt. Zu viel Stoff, kaum Zeit zum Üben, Durch­pau­ken auf Kos­ten der Schwächs­ten. Das ist die Kri­tik. Nach 13 Jah­ren Druck von der Ba­sis ak­zep­tiert die Staats­re­gie­rung end­lich den Wil­len der Schü­ler und El­tern. Sie wol­len das G 9 und nichts an­de­res.

Jetzt kommt es dar­auf an, dass die Re­form Hand und Fuß hat. Bil­dungs­mi­nis­ter Spa­en­le muss ein Kon­zept oh­ne Lü­cken prä­sen­tie­ren: Er muss er­klä­ren, wie er den Stoff sinn­voll auf neun Jah­re ver­tei­len will. Denn der Lehr­plan lässt sich nicht ein­fach aus­ein­an­der­zie­hen wie ein Ak­kor­de­on. Er muss vor­rech­nen, wie vie­le neue Leh­rer Bay­ern braucht. Und er muss zu­si­chern, dass die Kom­mu­nen nicht auf ih­ren Kos­ten sit­zen blei­ben. Vie­le Schu­len müs­sen näm­lich für teu­res Geld aus­ge­baut wer­den, um neun Jahr­gän­ge auf­zu­neh­men.

Wenn Spa­en­le sei­ne Plä­ne vor­stellt, darf er sich kei­ne Aus­flüch­te mehr leis­ten. Ei­ne stüm­per­haf­te Vor­ge­hens­wei­se wie beim G8 wür­de dem nach wie vor gu­ten Ruf des baye­ri­schen Schul­sys­tems lang­fris­tig scha­den.

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