Je­den Ein­zel­fall be­trach­ten

Donauwoerther Zeitung - - Meinung & Dialog -

Zu „Ab­ge­scho­ben in die Un­ge­wiss­heit“und dem Kom­men­tar „Ab­schie­ben oder be­hal­ten?“von Win­fried Züf­le (Po­li­tik) vom 24. Fe­bru­ar: Dem Kom­men­tar von Win­fried Züf­le stim­me ich voll­in­halt­lich zu. Af­gha­nis­tan mit sei­nen jah­re­lan­gen Krie­gen und dem stän­di­gen Ter­ror als si­che­res Her­kunfts­land ein­zu­ord­nen er­scheint mir rea­li­täts­fremd. Dies ha­ben wohl auch meh­re­re Bun­des­län­der so er­kannt.

Gera­de in Bay­ern, das sich sei­ner christ­lich-so­zia­len Tra­di­ti­on rühmt, hät­te ich mehr Mit­mensch­lich­keit er­war­tet. Es ist un­be­streit­bar, dass nicht al­le Schutz­su­chen­den hier auf­ge­nom­men wer­den kön­nen, das wür­de das Land über­for­dern. Doch gera­de des­halb ist es not­wen­dig, bei der Prü­fung von Asyl­an­trä­gen kei­ne pau­scha­len Fest­le­gun­gen zu tref­fen und je­den Ein­zel­fall ge­zielt zu be­trach­ten. Ich kann nur un­ter­strei­chen, dass es in­hu­man ist, jun­ge Men­schen oder Fa­mi­li­en, die hier in­te­griert sind und auch ih­ren Bei­trag zur So­zi­al­ge­mein­schaft leis­ten wol­len, nur auf­grund ei­ner ober­fläch­li­chen Fest­le­gung ab­zu­schie­ben.

So wer­den Ter­ro­ris­ten er­zeugt! Es ist die Ver­pflich­tung von Staat und Ge­mein­schaft, Re­ge­lun­gen zu tref­fen, die je­dem Ein­zel­fall, aber auch der Ge­mein­schaft ge­recht wer­den, um so un­se­ren christ­lich­a­bend­län­di­schen Wert­vor­stel­lun­gen von Men­schen­wür­de und per­sön­li­cher Frei­heit ent­spre­chen zu kön­nen. Vi­tus Zie­gen­aus, Kemp­ten

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