Ein Jahr im Zei­chen der Vor­be­rei­tung

Fi­nan­zen In Bäu­men­heim sethen teu­re Pro­jek­te an. Des­halb geht die Ge­mein­de heu­er spar­sam mit ih­rem Geld um. Den­noch gibt es auch grö­ße­re Pos­ten auf der Aus­ga­ben­sei­te

Donauwoerther Zeitung - - An Donau, Lech Und Schmutter - VON HEL­MUT BISSINGER

Bäu­men­heim Ei­gent­lich hät­te man 2017 schon ei­ni­ge der un­um­gäng­li­chen Groß­pro­jek­te an­ge­hen wol­len, doch die Pla­nun­gen da­für ha­ben sich ver­zö­gert. So konn­te der Bäu­men­hei­mer Ge­mein­de­rat nun ei­nen Haus­halt ver­ab­schie­den, der er­neut oh­ne Dar­le­hen aus­kommt. Das hat­te vor ei­nem Jahr noch ganz an­ders aus­ge­se­hen. „Aber wir ha­ben 1,6 Mil­lio­nen Eu­ro mehr aus der Ge­wer­be­steu­er in die Ge­mein­de­kas­se be­kom­men“, freu­te sich Bür­ger­meis­ter Mar­tin Pa­nin­ka.

Das Ge­mein­de­ober­haupt war bei der Ver­ab­schie­dung des Etats oh­ne­hin bes­tens ge­launt, hat­te er doch die Zu­sa­ge ein­ge­hal­ten, den Haus­halt künf­tig frü­her vor­zu­le­gen. Nicht oh­ne Stolz be­ton­te er dann auch: „Das letz­te Mal, dass ein Haus­halt bei uns im Früh­jahr ver­ab­schie­det wur­de, war 2007.“

Durch die Mehr­ein­nah­men stieg der Er­trag aus der Ge­wer­be­steu­er im Vor­jahr auf 8,2 Mil­lio­nen Eu­ro. Käm­me­rin Jo­han­na El­lin­ger (erst­mals für das Zah­len­werk ver­ant­wort­lich) hat für 2017 den­noch vor­sich­tig kal­ku­liert: Sie rech­net mit 5,6 Mil­lio­nen aus der Ge­wer­be­steu­er. Es ist die Haupt-Ein­nah­me­po­si­ti­on im Ver­wal­tungs­haus­halt. Der Etat schließt in Ein­nah­men und Aus­ga­ben mit 18,2 Mil­lio­nen Eu­ro ab. Er liegt da­mit fast auf dem­sel­ben Ni­veau wie 2016.

Im „Zei­chen der Vor­be­rei­tung“ste­he der Etat, be­ton­te Mar­tin Pa­nin­ka. „Die in­ves­ti­ven Vor­ha­ben der nächs­ten Jah­re wer­fen schon ih­re Schat­ten vor­aus“, er­klär­te der Rat­haus­chef, um gleich ei­ni­ge auf­zu­zäh­len: die Fort­set­zung der Orts­kern­sa­nie­rung mit der Be­bau­ung des Be­reichs am nörd­li­chen Markt­platz, die wei­te­re Sa­nie­rung der Haupt­stra­ße so­wie des Rat­hausPark­plat­zes. Au­ßer­dem wer­de man an der Sa­nie­rung der Bäu­men­hei­mer Schu­le nicht vor­bei­kom­men, eben­so wie der Mo­der­ni­sie­rung von Hal­len­bad, Schmut­ter­hal­le und Rat­haus.

Ei­ne Ent­las­tung ver­spü­ren Käm­me­rin und Bür­ger­meis­ter bei der Kreis­um­la­ge. Sie sinkt um rund 1,2 Mil­lio­nen Eu­ro. Den­noch muss die In­dus­trie­ge­mein­de knapp 3,3 Mil­lio­nen Eu­ro an den Land­kreis ab­füh­ren. Ein gro­ßer Bro­cken auf der Aus­ga­ben­sei­te sind aber auch die Per­so­nal­kos­ten. Knapp 2,3 Mil­lio­nen Eu­ro wer­den da­für fäl­lig. Pa­nin­ka brach­te ein alt­be­kann­tes The­ma aufs Ta­blett: die De­fi­zi­te der kom­mu­na­len Ein­rich­tun­gen. Al­lein für das Hal­len­bad be­trägt es 219 000 Eu­ro, zur Was­ser­ver­sor­gung schießt die Kom­mu­ne 153 000 Eu­ro zu, zur Ab­was­ser­ge­bühr 191 000 Eu­ro. Durch ei­ne „Zwi­schen­lö­sung“(mit ei­ner Ku­bik­me­ter­preis-Er­hö­hung um 30 Cent) ha­be man we­nigs­tens das De­fi­zit bei der Was­ser­ver­sor­gung schmä­lern kön­nen.

Aus ih­ren Rück­la­gen ent­nimmt die Ge­mein­de 3,7 Mil­lio­nen Eu­ro. Au­ßer­dem hofft sie, aus dem Ver­kauf von Grund­stü­cken knapp ei­ne Mil­li­on Eu­ro zu er­wirt­schaf­ten. Hin­zu kommt ei­ne hal­be Mil­li­on Eu­ro aus ei­nem Bau­spar­gut­ach­ten.

Wenn auch vor­nehm­lich ge­plant wer­den soll, gibt es doch auch grö­ße­re Aus­ga­be­po­si­tio­nen in die­sem Jahr: Al­lein für rund 1,5 Mil­lio­nen Eu­ro sol­len Grund­stü­cke er­wor­ben wer­den, die für die „Öko­bi­lanz“als Aus­gleichs­flä­chen drin­gend be­nö­tigt wür­den, wie Pa­nin­ka aus­füh­re. Rund 233000 Eu­ro wird nach dem Zah­len­werk die Sa­nie­rung des „Haus der Ver­ei­ne“ver­schlin­gen, für die Rest­ar­bei­ten der „Süd­brü­cke“wer­den 134 000 Eu­ro fäl­lig. Die so­ge­nann­ten Metz-Wohn­blö­cke, die sich nach ei­ner Erb­schaft seit vie­len Jah­ren im Be­sitz der Ge­mein­de be­fin­den, will man wei­ter mo­der­ni­sie­ren. 170 000 Eu­ro sol­len da­für frei­ge­setzt wer­den. In­ter­es­san­ter als das Stu­di­um des Haus­halts ist ein Blick in den Fi­nanz­plan bis 2020. „Wir müs­sen spar­sam haus­hal­ten“, mahn­te der Bür­ger­meis­ter mehr­mals. Und: „Ziel muss es sein, die Ein­nah­men­sei­te zu ver­bes­sern.“Wel­chen Maß­nah­men letzt­lich Prio­ri­tät ein­ge­räumt wer­den soll, müs­se der Ge­mein­de­rat noch ab­wä­gen.

Und die fi­nan­zi­el­le La­ge? Sie könn­te man als recht pas­sa­bel be­schrei­ben, was al­ler­dings dem Um­stand ge­schul­det ist, dass in die­sem Jahr kei­ne Groß­in­ves­ti­tio­nen vor­ge­se­hen sind. Auf 3,4 Mil­lio­nen Eu­ro wer­den die Schul­den En­de des Jah­res an­ge­wach­sen sein, was ei­ner Pro-Kopf-Ver­schul­dung (ba­sie­rend auf Ein­woh­ner­zah­len von En­de 2015) von 737,50 Eu­ro ent­spricht.

Dem Haus­halt wie auch dem Fi­nanz­plan stimm­te der Ge­mein­de­rat ein­stim­mig zu.

Sym­bol­fo­to: Hel­mut Bissinger

Auf dem No­tiz­block von Bäu­men­heims Bür­ger­meis­ter Mar­tin Pa­nin­ka gibt es ei­ne lan­ge Lis­te un­er­le­dig­ter Auf­ga­ben. In die­sem Jahr soll ih­re Ver­wirk­li­chung nun ge­plant wer­den.

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