Ge­mü­se­an­bau auf Fried­hö­fen ist re­spekt­los

Donauwoerther Zeitung - - Bayern - VON ULI BACHMEIER jub@augs­bur­ger all­ge­mei­ne.de

Die Frei­heit be­ginnt im Klei­nen und es ist nicht ein­zu­se­hen, dass ein Mensch in höchst­per­sön­li­chen Din­gen nicht sei­nen Wil­len be­kom­men soll­te. Wenn sich je­mand wünscht, man mö­ge nach sei­nem Tod sei­ne Asche im Gar­ten ver­streu­en, in Blei­kris­tall gie­ßen oder in ei­nen Fluss kip­pen – war­um nicht? Eben­so soll­ten die Be­stat­tungs­ri­ten al­ler Re­li­gio­nen ak­zep­tiert wer­den, so­fern nicht un­ab­weis­li­che prak­ti­sche Grün­de wie Um­welt­schutz oder Hy­gie­ne da­ge­gen spre­chen. Al­les soll­te mög­lich sein, so­lan­ge es die Frei­heit Drit­ter nicht ein­schränkt.

Auch auf ei­nem Fried­hof soll­te die­ser Grund­satz gel­ten. Hier al­ler­dings geht es nicht nur um Höchst­per­sön­li­ches. Ein Fried­hof ge­hört all je­nen ge­mein­sam, die ihn nut­zen. Al­so müs­sen auch ge­mein­sa­me Re­geln gel­ten.

Es mag zwar sein, dass sich über die Ge­ne­ra­tio­nen hin­weg die Auf­fas­sun­gen än­dern, was gu­te Sit­te ist und was kon­kret die Wür­de des Or­tes aus­macht. Grund­be­din­gung aber soll­te ge­gen­sei­ti­ger Re­spekt sein. Und dass ei­ne über­wäl­ti­gen­de Mehr­heit Ge­mü­se­an­bau auf Fried­hö­fen ab­lehnt, dürf­te wohl un­strit­tig sein. Al­so: Lasst es blei­ben.

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