Wie hoch darf die He­cke sein?

BGH ur­teilt im Nach­bar­schafts­streit

Donauwoerther Zeitung - - Panorama -

Karls­ru­he We­gen He­cken, Bäu­men und Sträu­chern an der Gren­ze zum Nach­bar­grund­stück gibt es oft Streit. In ei­nem Fall hat nun der Bun­des­ge­richts­hof (BGH) ent­schie­den. Mit sei­nem am Frei­tag ver­kün­de­ten Ur­teil sorgt er für mehr Klar­heit – in der Fra­ge, wie die ma­xi­mal zu­läs­si­ge Hö­he von Grenz­he­cken bei Grund­stü­cken in Hang­la­ge zu mes­sen ist.

Der Streit­fall: Die Nach­barn woh­nen am Hang auf über­ein­an­der­lie­gen­den Grund­stü­cken. An der Gren­ze ist ei­ne Stu­fe im Ge­län­de mit ei­ner ein Me­ter ho­hen Mau­er. Dort ent­lang hat der un­te­re Nach­bar ei­ne Thu­jen­he­cke, die dem obe­ren viel zu hoch ist. In Bay­ern, wo der Fall spielt, sind ma­xi­mal zwei Me­ter He­cken­hö­he er­laubt.

Dem Ur­teil zu­fol­ge ist in sol­chen Fäl­len al­ler­dings nicht die Hö­he der He­cke von der Wur­zel bis zur Spit­ze zu mes­sen, son­dern von dem hö­he­ren Ge­län­deni­veau des Nach­bar­grund­stücks aus. Tie­fer lie­gen­de He­cken kön­nen da­mit hö­her sein als in den Vor­schrif­ten für eben­er­di­ge Grund­stü­cke vor­ge­se­hen (Az. V ZR 230/16). Das heißt: Die He­cke darf in die­sem Fall rund drei Me­ter in den Him­mel wach­sen, be­vor sie ge­stutzt wer­den muss. Und das muss sie, schließ­lich ist sie in­zwi­schen sechs Me­ter hoch.

Eben­falls in­ter­es­sant dürf­te für vie­le sein: Be­schwert sich fünf Jah­re lang nie­mand über die – un­zu­läs­si­ge – Hö­he ei­ner He­cke, muss nicht mehr ge­stutzt wer­den.

Symbolfoto: dpa

Zu­rück­schnei­den oder nicht? Die Hö­he von He­cken löst oft Strei­tig­kei­ten un­ter Nach­barn aus.

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