Kat­ze aus dem Sack

Donauwoerther Zeitung - - Meinung & Dialog -

Zu „Ganz Eu­ro­pa soll den Eu­ro be­kom men“(Wirt­schaft) vom 1. Ju­ni: Jetzt lässt die EU-Kom­mis­si­on die Kat­ze aus dem Sack: Eu­ro­pa soll sta­bi­ler wer­den, Deutsch­land soll den Weg dort­hin zu ei­nem gro­ßen Teil be­zah­len. Auf die­sen ein­fa­chen und ehr­li­chen Nen­ner lässt sich das brin­gen, was Brüs­sel un­ter ei­ner grund­le­gen­den Re­form der EU ver­steht. Das ist aus eu­ro­päi­scher Sicht vor­der­grün­dig ver­ständ­lich. Denn wenn un­se­re eu­ro­päi­schen Nach­barn stär­ker in ih­re Ent­wick­lung in­ves­tie­ren könn­ten und Deutsch­land zu­gleich an Wachs­tums­dy­na­mik ver­lie­ren wür­de, gli­chen sich Wirt­schafts­kraft und Wohl­stand im Eu­ro­raum tat­säch­lich bald an. Aber das wä­re ein eu­ro­päi­scher Pyr­rhus­sieg. Denn der ei­gent­li­che Wett­be­werb fin­det nicht in Eu­ro­pa, son­dern auf den Welt­märk­ten statt. Des­halb muss Deutsch­land wirt­schaft­lich stark blei­ben und un­se­re Nach­barn müs­sen aus ei­ge­ner Kraft stär­ker wer­den. Al­les an­de­re wä­re ein ver­häng­nis­vol­ler Irr­weg!

Dr. Lothar Thür­mer, Fried­berg

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