Der Sonn­tag muss frei blei­ben

Donauwoerther Zeitung - - Wirtschaft - VON SA­RAH SCHIERACK schsa@augs­bur­ger all­ge­mei­ne.de

Der Sonn­tag kommt oft sehr ge­mäch­lich da­her. Das Le­ben ver­läuft lang­sa­mer, in ru­hi­gen Sonn­tags-Bah­nen eben. Kin­dern er­scheint es manch­mal, als zö­ge sich die­ser Tag wie Kau­gum­mi. 24 St­un­den Zwangs-Ent­schleu­ni­gung, be­vor das nor­ma­le Le­ben wie­der be­ginnt. Und doch ist der Sonn­tag wich­tig, viel­leicht der wich­tigs­te Tag über­haupt.

Denn er gibt der Wo­che ei­nen Rhyth­mus. Oh­ne den Sonn­tag gä­be es nur Werk­ta­ge. Ei­ne Ge­sell­schaft braucht aber ei­nen Mo­ment, in dem sie ge­mein­sam zur Ru­he kom­men kann. Ei­nen Tag, an dem man Fa­mi­lie und Freun­de be­sucht, Fes­te fei­ert oder in die Kir­che geht.

An­statt sich in ei­ne De­bat­te über ver­kaufs­of­fe­ne Sonn­ta­ge zu ver­ren­nen, soll­ten Han­del und Po­li­tik des­halb lie­ber über fle­xi­ble Öff­nungs­zei­ten un­ter der Wo­che dis­ku­tie­ren. Denn da hinkt Bay­ern den üb­ri­gen Bun­des­län­dern noch im­mer hin­ter­her. Ge­schäf­te dür­fen im Frei­staat nur zwi­schen sechs und 20 Uhr öff­nen, egal ob der Kun­de in Mün­chen, Augs­burg oder Kemp­ten ein­kauft. Das geht al­ler­dings tat­säch­lich an der Le­bens­wirk­lich­keit der Ver­brau­cher vor­bei.

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