Ge­nau­so Op­fer wie die Mut­ter

Donauwoerther Zeitung - - Leserbriefe -

Zum sel­ben Ar­ti­kel: Ti­mo B. soll für knapp zehn Jah­re ins Ge­fäng­nis. Be­wei­se, dass er die Tat be­gan­gen hat, gibt es auch nach dem Pro­zess nicht. Woll­ten die Rich­ter be­wei­sen, wie hart der Rechts­staat durch­grei­fen kann? Scha­de, dass sich die Rich­ter ei­nen jun­gen, wehr­lo­sen Men­schen aus­ge­wählt ha­ben (ein pro­mi­nen­ter Fuß­bal­ler oder Po­li­ti­ker hät­te si­cher ei­nen Frei­spruch er­war­ten kön­nen), dem man ei­ner­seits nichts nach­wei­sen kann („in du­bio pro reo“) und der an­de­rer­seits selbst hät­te an­kla­gen müs­sen. Wo war der Staat, das Ju­gend­amt, wo wa­ren Ärz­te und Be­treu­er, um ihn vor solch ei­ner Kind­heit und Ju­gend­zeit zu schüt­zen? Ti­mo B. ist ge­nau­so als Op­fer zu se­hen wie sei­ne ver­stor­be­ne Mut­ter. Wenn ge­nau­so vie­le In­di­zi­en für wie ge­gen ei­ne Ver­ur­tei­lung spre­chen, wie soll dann ein Rich­ter ent­schei­den? Vor­schlag: Mensch­lich und mit Mit­ge­fühl – aber dann hät­te das Ur­teil an­ders aus­fal­len müs­sen. Karl und Feo­do­ra Jo­han­na Man­del, Kais­heim und Würz­burg

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