Thiem in Ga­la Form

Ten­nis Ös­ter­rei­cher schal­tet Djo­ko­vic aus. Kri­tik von Becker. Ei­ne Deut­sche steht im Finale

Donauwoerther Zeitung - - Sport -

Pa­ris Mit ei­ner Ten­nis-Ga­la hat der Ös­ter­rei­cher Do­mi­nic Thiem bei den French Open Ti­tel­ver­tei­di­ger No­vak Djo­ko­vic aus dem Tur­nier ge­wor­fen. Der 23-Jäh­ri­ge de­klas­sier­te den Ser­ben im Vier­tel­fi­na­le von Pa­ris mit 7:6 (7:5), 6:3, 6:0 und darf sich jetzt auf ein Halb­fi­nal-Du­ell mit Top­fa­vo­rit Ra­fa­el Na­dal freu­en. Der Spa­nier hat­te zu­vor in sei­nem Vier­tel­fi­na­le von der Ver­let­zung sei­nes Lands­man­nes Pa­blo Car­reno Bus­ta pro­fi­tiert. Der 25-Jäh­ri­ge muss­te beim Stand von 6:2, 2:0 aus Sicht von Na­dal we­gen ei­ner Bauch­mus­kel­zer­rung pas­sen.

„Es wird nicht leich­ter für mich“, scherz­te Thiem nach sei­ner be­ein­dru­cken­den Vor­stel­lung. Für Thiem war es der ers­te Sieg ge­gen Djo­ko­vic über­haupt, zu­letzt hat­te ihn der Ser­be im Halb­fi­na­le von Rom beim 1:6, 0:6 re­gel­recht vor­ge­führt. „Na­tür­lich ist das schon et­was Be­son­de­res, ei­nen sol­chen Top­spie­ler bei ei­nem Grand-Slam-Tur­nier zu schla­gen“, ant­wor­te­te Thiem auf die Fra­ge, ob dies der bis­lang größ­te Er­folg in sei­ner Kar­rie­re ge­we­sen sei. Er tritt im­mer mehr in die Fuß­stap­fen sei­nes Lands­man­nes Tho­mas Mus­ter, der 1995 in Pa­ris tri­um­phier­te.

An­ders als zu­letzt in Rom war Thiem die­ses Mal von An­fang an der bes­se­re Spie­ler. Nur im ers­ten Durch­gang konn­te Djo­ko­vic mit­hal­ten, ver­gab beim Stand von 5:4 aber zwei Mal die Chan­ce, den ers­ten Satz zu ge­win­nen. So hol­te sich Thiem im Tie­break nach 73 Mi­nu­ten den ers­ten Ab­schnitt. „Ich den­ke, das war der Schlüs­sel zum Sieg“, sag­te Thiem hin­ter­her.

Der Ös­ter­rei­cher war nun nicht mehr zu stop­pen. Der Num­mer sie­ben der Welt ge­lang gleich zu Be­ginn des zwei­ten Sat­zes ein schnel­les Break, das er fort­an nicht mehr her­gab. Djo­ko­vic wirk­te selt­sam emo­ti­ons­los, ließ die dro­hen­de Nie­der­la­ge ein­fach über sich er­ge­hen. Vor al­lem im letz­ten Satz stemm­te sich der 30-Jäh­ri­ge, der sich im Vor­jahr mit sei­nem ers­ten Ti­tel in Pa­ris ei­nen Le­benstraum er­füllt hat­te, gar nicht mehr ge­gen das dro­hen­de Aus.

„Es ist wie ein Traum für mich, dass ich den ers­ten Sieg ge­gen No­vak aus­ge­rech­net hier im Vier­tel­fi­na­le von Ro­land Gar­ros ho­le“, sag­te Thiem, für den es das 250. Match auf der ATP-Tour war. Ge­gen Na­dal blei­be er den­noch „kla­rer Au­ßen­sei­ter“, sag­te Thiem.

Djo­ko­vic war da­ge­gen rat­los. Seit sei­nem Tri­umph in Pa­ris vor ei­nem Jahr steckt Djo­ko­vic in ei­nem Mo­ti­va­ti­ons­loch. „Es ist un­ge­wohnt für mich, dass ich für län­ge­re Zeit kei­nen gro­ßen Ti­tel mehr ge­won­nen ha­be“, sag­te der Ser­be. Sein ehe­ma­li­ger Trai­ner Bo­ris Becker ging mit der frü­he­ren Num­mer eins der Welt hart ins Ge­richt. „Er braucht ei­nen eben­bür­ti­gen Ge­gen­über, der ihm auch mal die Wahr­heit sagt“, sag­te Becker als TV-Ex­per­te bei Eu­ro­sport. „Das tut mir jetzt ein biss­chen weh. Das ist kein schö­nes Bild die­ser Le­gen­de.“Djo­ko­vic hat­te sich von Becker En­de 2016 nach drei sehr er­folg­rei­chen Jah­ren ge­trennt. In Pa­ris ar­bei­te­te er ei­ne Wo­che lang mit And­re Agas­si zu­sam­men, doch der Ame­ri­ka­ner kommt bis­lang als Voll­zeit-Coach nicht in­fra­ge.

Un­ter­des­sen hat An­na-Lena Grö­ne­feld die deut­sche Bi­lanz in Pa­ris auf­ge­hüb­scht. Sie er­reich­te das Finale im Mi­xed-Wett­be­werb. Die Nord­hor­ne­rin ge­wann im Halb­fi­na­le mit ih­rem ko­lum­bia­ni­schen Part­ner Robert Fa­rah ge­gen die Aus­tra­lie­rin Ca­sey Del­lac­qua und Ra­jeev Ram aus den USA mit 6:7 (5:7), 6:3, 10:5. Im End­spiel tref­fen Grö­ne­feld und Fa­rah heu­te um 12 Uhr auf die Ka­na­die­rin Ga­b­rie­la Da­b­row­ski und den In­der Ro­han Bo­p­an­na.

Fo­to: Petr Da­vid Jo­sek, dpa

Nach dem Er­folg ge­gen No­vak Djo­ko­vic trifft der Ös­ter­rei­cher Do­mi­nic Thiem in Pa­ris im Halb­fi­na­le auf Ra­fa­el Na­dal.

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