Buch­dor­fer Be­schluss ist un­gül­tig

Dorf­zen­trum Erst ver­gan­ge­nen Freitag ent­schei­det der Ge­mein­de­rat, wer den Auf­trag für den Bau der neu­en Mit­te er­hält. War­um das nun wie­der­holt wer­den muss

Donauwoerther Zeitung - - Jura - VON BAR­BA­RA WILD

Buch­dorf Das Tau­zie­hen um die Rea­li­sie­rung des neu­en Dorf­zen­trums in Buch­dorf geht in ei­ne neue Run­de. Denn der Be­schluss des Ge­mein­de­rats vom ver­gan­ge­nen Freitag, dass die Ar­chi­tek­ten Mei­er Mohr aus Schon­dorf die neue Mit­te rea­li­sie­ren sol­len, ist un­gül­tig.

Hin­ter­grund ist ei­ne Fach­auf­sichts­be­schwer­de der PWG Buch­dorf. Die drei Ge­mein­de­rä­te hat­ten be­reits in der Sit­zung mo­niert, dass Bür­ger­meis­ter Ge­org Vel­lin­ger nicht mit dem nö­ti­gen zeit­li­chen Vor­lauf zur Sit­zung ge­la­den hat­te. Laut Buch­dor­fer Ge­mein­de­ord­nung muss das vier Werk­ta­ge vor dem an­be­raum­ten Ter­min sein. Im ak­tu­el­len Fall wa­ren es aber le­dig­lich drei Ta­ge.

Das mo­nier­ten die PWG-Ge­mein­de­rä­te bei der Kom­mu­nal­auf­sicht am Land­rats­amt, und die­se gab ih­nen recht. Wie der zu­stän­di­ge Be­am­te An­ton Steg­mül­ler am Don­ners­tag ent­schie­den hat, wur­de der Be­schwer­de statt­ge­ge­ben – da­mit sind auch die ge­fass­ten Be­schlüs­se des Ge­mein­de­rats von ver­gan­ge­ner Wo­che un­gül­tig. „Das be­deu­tet, dass ei­ne er­neu­te Ge­mein­de­rats­sit­zung ein­be­ru­fen wer­den und in die­ser ein neu­er Be­schluss ge­fasst wer­den muss“, er­klärt Ga­b­rie­le Ho­idn, Pres­se­spre­che­rin des Land­rats­am­tes.

Die Pla­nung des Dorf­zen­trums hat­te be­reits in den ver­gan­ge­nen Wo­chen ho­he Wel­len ge­schla­gen. Das Ar­chi­tek­tur­bü­ro Deff­ner & Voit­län­der aus Dach­au, das im Wett­be­werb für das Dorf­zen­trum den ers­ten Platz be­legt hat­te, hat­te das Vor­ge­hen von Bür­ger­meis­ter Vel­lin­ger öf­fent­lich hef­tig kri­ti­siert und die Zu­sam­men­ar­beit mit der Ge­mein­de auf­ge­kün­digt. Grund da­für wa­ren zu um­fas­sen­de Än­de­run­gen an dem preis­ge­krön­ten Ent- wurf. Die­se Än­de­run­gen stam­men von Vel­lin­gers Ehe­frau. Der Ge­mein­de­rat hat­te die­se Plä­ne als Grund­la­ge für die Pla­nung des Dorf­zen­trums ge­bil­ligt.

Un­ter­des­sen dürf­te für Vel­lin­ger die jüngs­te Ent­wick­lung kei­ne Über­ra­schung sein, denn PWG-Ge­mein­de­rä­tin Pau­la Haunstetter hat­te be­reits in der Sit­zung ver­gan­ge­nen Freitag an­ge­kün­digt, sich an die Kom­mu­nal­auf­sicht zu wen­den. Das hat­te den Rat­hauschef, der ak­tu­ell im Ur­laub ist, of­fen­bar we­nig be­ein­druckt – er zog die Sit­zung durch. „Von ei­nem Bür­ger­meis­ter, der seit 27 Jah­ren im Amt ist, darf er­war­tet wer­den, dass er in der La­ge ist, Sit­zun­gen sat­zungs­ge­mäß vor­zu­be­rei­ten“, schreibt Haunstetter zu­sam­men mit ih­ren PWG-Ge­mein­de­rats­kol­le­gen Tho­mas Lieb­häu­ser und Chris­ti­an Preiß­ler in ei­ner Stel­lung­nah­me an die­se Zei­tung. „Vor­schrif­ten und Sat­zun­gen gel­ten für al­le – auch für den Bür­ger­meis­ter von Buch­dorf, auch wenn er glaubt, sich dar­über hin­weg­set­zen zu kön­nen.“

Man­fred Bur­kard, der ak­tu­ell als Zwei­ter Bür­ger­meis­ter die Amts­ge­schäf­te in Buch­dorf lei­tet, spricht von ei­ner „rei­nen Schi­ka­ne der PWG“. Die zu kur­ze La­dungs­frist sei „ein Ver­se­hen des Herrn Vel­lin­ger ge­we­sen“. Da man erst vor drei Jah­ren die Ge­schäfts­ord­nung der Ge­mein­de ge­än­dert hat­te, sei dies ver­ständ­lich. Da­mals ha­be man auf di­gi­ta­le E-Mail-Ein­la­dun­gen um­ge­stellt und des­halb die La­de­frist von drei auf vier Ta­ge aus­ge­wei­tet.

Laut Burk­hard ist be­reits für den 26. Ju­ni ei­ne neue Ge­mein­de­rats­sit­zung an­be­raumt. „Da müs­sen wir die Be­schlüs­se halt noch mal wie­der­ho­len“, sagt der CSU-Mann, der selbst seit 22 Jah­ren im Ge­mein­de­rat sitzt. Das be­deu­tet zwar Ver­zö­ge­rung, aber sonst sieht er kei­ne wei­te­ren Pro­ble­me.

Foto: Hel­mut Bis­sin­ger

Die ver­gan­ge­ne Ge­mein­de­rats­sit­zung im Buch­dor­fer Rat­haus hät­te ei­gent­lich gar nicht statt­fin­den dür­fen. Al­so sind auch die ge­fass­ten Be­schlüs­se nicht gül­tig. In­halt­lich ging es um die Fra­ge, wel­cher Ar­chi­tekt das neue Dorf­zen­trum samt Rat­haus und Ver­eins­haus bau­en darf.

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