Uni­on un­eins über die Ren­ten­po­li­tik

Kri­tik aus Bay­ern an feh­len­dem Kon­zept

Donauwoerther Zeitung - - Politik -

Berlin In der Uni­on bahnt sich ein Kon­flikt über die Ren­ten­po­li­tik an. Ei­nem Spie­gel-Be­richt zu­fol­ge will die CDU im Bun­des­tags­wahl­kampf auf kon­kre­te Aus­sa­gen et­wa zum Ren­ten­ni­veau oder zur Le­bens­ar­beits­zeit ver­zich­ten. Aus den Vor­ar­bei­ten der CDU für das ge­mein­sa­me Wahlprogramm mit der CSU geht dem­nach her­vor, dass nach der Wahl statt­des­sen ei­ne par­tei­über­grei­fen­de Kom­mis­si­on von Po­li­ti­kern, Ge­werk­schaf­ten und Ar­beit­ge­bern den Re­form­be­darf dis­ku­tie­ren soll. In der Schwes­ter­par­tei CSU regt sich da­ge­gen Wi­der­stand.

„Ich kann mir beim bes­ten Wil­len nicht vor­stel­len, dass die Uni­on zu ei­nem zen­tra­len so­zi­al­po­li­ti­schen The­ma wie der Ren­te kei­ne Aus­sa­ge in ih­rem ge­mein­sa­men Wahlprogramm ma­chen will“, sag­te der Par­la­men­ta­ri­sche Ge­schäfts­füh­rer der CSU-Lan­des­grup­pe im Bun­des­tag, Max Strau­bin­ger, dem Spie­gel.

CDU-Ge­ne­ral­se­kre­tär Pe­ter Tau­ber hat­te aus­wei­chend auf die Fra­ge ge­ant­wor­tet, ob die Uni­on mit ei­nem ei­ge­nen Ren­ten­kon­zept in den Wahl­kampf zie­hen wird. Aus der CDU-Zen­tra­le hieß es dar­auf­hin, dass die Par­tei in ih­rem Pro­gramm für die Bun­des­tags­wahl „selbst­ver­ständ­lich“Aus­sa­gen zur Ren­ten­po­li­tik tref­fen wer­de.

SPD-Kanz­ler­kan­di­dat Mar­tin Schulz warf der Uni­on man­geln­de Klar­heit vor. „Was ist ei­gent­lich das Ren­ten­kon­zept der an­de­ren Sei­te? Ich kann es euch sa­gen: un­kon­kret“, sag­te Schulz. Die So­zi­al­de­mo­kra­ten sei­en im­mer wie­der für an­geb­lich va­ge Vor­schlä­ge kri­ti­siert wor­den. „Wenn wir nicht kon­kret ge­nug sind, dann fra­ge ich mich, was ei­gent­lich die Vor­schlä­ge der an­de­ren Sei­te sind.“Schulz ver­wies dar­auf, dass die SPD am ver­gan­ge­nen Mitt­woch ih­re Ren­ten­plä­ne vor­ge­legt ha­be. Ne­ben der Ab­sa­ge an ei­ne Er­hö­hung des Ren­ten­ein­tritts­al­ters über die gel­ten­de Gren­ze von 67 Jah­ren sieht das Kon­zept vor al­lem vor, das Ren­ten­ni­veau bis 2030 bei min­des­tens 48 Pro­zent zu sta­bi­li­sie­ren. Die Bei­trä­ge sol­len bis da­hin nicht über 22 Pro­zent stei­gen.

Fo­to: dpa

Max Strau­bin­ger (CSU) mit Kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel (CDU).

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