Streit um Be­sei­ti­gung von Was­ser­scha­den

Jus­tiz Nach dem Ein­bau ei­ner Kü­che be­klagt ei­ne Frau ei­nen enor­men Was­ser­scha­den im Haus. Ein Hand­wer­ker aus dem Raum Do­nau­wörth kommt, um das Pro­blem zu be­sei­ti­gen. Dann zahlt die Auf­trag­ge­be­rin nicht. Wei­te­re Pro­ble­me fol­gen

Donauwoerther Zeitung - - Donauwörth - VON VE­RE­NA MÖRZL

Land­kreis Nach der neu­en Kü­che kam der Frust. „Das Was­ser ist in die Wän­de hoch­ge­zo­gen, im Bad war es in den Käs­ten“, sagt ei­ne äl­te­re Frau aus dem Raum Nörd­lin­gen. Was sich in ih­rem Haus ab­ge­spielt hat, fürch­ten vie­le: ei­nen im­men­sen Was­ser­scha­den. Um den zu be­sei­ti­gen, hat sie ei­ne Fir­ma aus dem Raum Do­nau­wörth be­auf­tragt. Als der Mit­ar­bei­ter kam, um den Scha­den zu be­he­ben, ließ sich er­ah­nen, dass der Fall zum Ku­rio­sum wird.

Der Mit­ar­bei­ter war mehr­mals im Haus der an­ge­klag­ten Frau­en. Wie er jetzt vor Rich­te­rin Ann Kath­rin Ries am Nörd­lin­ger Amts­ge­richt sagt, war die Kü­che be­reits aus­ge­baut und die Was­ser­lei­tung wur­de re­pa­riert. Von wel­cher Fir­ma oder war­um, blieb vor Gericht im Dun­keln. „Das kam mir schon spa­nisch vor“, sagt er. Schließ­lich maß er die Feuch­tig­keit im Raum und stell­te drei Trock­nungs­ge­rä­te auf.

Als er we­ni­ge Wo­chen spä­ter wie­der kam, wa­ren die Wän­de im­mer noch nass. Nach­dem er Flie­sen aus­ge­baut hat­te, stell­te er ei­ne Dämm­schicht fest, wes­halb der Auf­trag er­wei­tert und ein an­de­res Tro­cken­ge­rät auf­ge­stellt wer­den muss­ten. Bei sei­nem nächs­ten Be­such war die Wand aber noch im­mer nicht tro­cken. We­gen des bis da­hin an­ge­fal­le­nen Auf­wands muss­te er im Auf­trag der Fir­ma ei­ne Ab­schlags­zah­lung ver­lan­gen, die Haus­be­sit­ze­rin ging auf die Bar­ri­ka­den.

Aus der Si­tua­ti­on ent­wi­ckel­te sich ein Streit mit der Fir­ma, die den Was­ser­scha­den ei­gent­lich be­sei­ti­gen soll­te. Strit­tig war un­ter an­de­rem, ob die Frau und ih­re Mit­be­woh­ne­rin ver­sucht hat­ten, sich vor dem Be­glei­chen der Rech­nung in Hö­he von 2025 Eu­ro zu drü­cken. Die An­kla­ge lau­te­te Be­trug in Tatein­heit mit Ur­kun­den­fäl­schung in zwei Fäl­len. Dem Fall lie­gen ei­ni­ge Wir­run­gen zu­grun­de. Die ers­te Un­klar­heit tauch­te be­reits auf, als die Frau die Fir­ma aus der Do­nau­wör­ther Um­ge­bung mit der Be­sei­ti­gung des Was­ser­scha­dens be­auf­tragt hat­te. Zwar mel­de­te sie sich am Te­le­fon mit ih­rem Fa­mi­li­en­na­men, al­ler­dings gab sie dann den Na­men ih­res Nach­barn an. Ihr Ver­tei­di­ger Tho­mas U. De­mel ver­sucht, die Si­tua­ti­on vor Gericht zu er­klä­ren. Ver­mut­lich ha­be die Frau da­mals den Na­men ge­nannt, weil es mög­li­cher­wei­se um ei­nen Ver­si­che­rungs­fall mit dem Her­stel­ler der ge­kauf­ten Kü­che geht. Weil der Nach­bar die­se mit aus­ge­sucht ha­be, so er­klärt die An­ge­klag­te selbst, sei auch sein Na­me mit auf dem An­ge­bot.

Ge­fälsch­te Un­ter­schrift wä­re Ur­kun­den­fäl­schung

Eben­falls un­klar schien, wer das An­ge­bot der Fir­ma un­ter­schrieb. Der Mit­ar­bei­ter sagt vor Rich­te­rin Ries, dass die eben­falls an­ge­klag­te Mit­be­woh­ne­rin mit dem Na­men der Haus­be­sit­ze­rin un­ter­schrie­ben hät­te. Der Ver­gleich der Un­ter­schrif­ten vor Gericht zeigt sich nicht ganz ein­deu­tig. Die Mit­be­woh­ne­rin ist sich zu­dem nicht mehr si­cher, was da­mals ge­sche­hen ist. Die ge­fälsch­te Un­ter­schrift auf der Rech­nung wür­de als Ur­kun­den­fäl­schung gel­ten. Auch beim Fol­ge­auf­trag soll sie auf die­se Wei­se un­ter­schrie­ben ha­ben.

War­um die Haus­be­sit­ze­rin die Rech­nung nicht zahl­te, schil­dert sie vor Gericht mehr­mals. Nach ei­ge­nen An­ga­ben sah sie es nicht ein, für drei Trock­nungs­ge­rä­te zu zah­len, die kei­ne Wir­kung zeig­ten. Au­ßer­dem sei ih­re Strom­rech­nung we­gen der Ge­rä­te im­mens ge­stie­gen, auch die ka­put­ten Flie­sen hät­ten er­neu­ert wer­den müs­sen. Sie wie­der­hol­te, dass die Woh­nung nicht tro­cken wur­de und der Ur­sprung des Scha­dens nicht lo­ka­li­siert wer­den konn­te. Erst als ein Gas- und Was­ser­in­stal­la­teur vor­bei­schau­te, wur­de das Leck in der Kü­che re­pa­riert. An ihn be­zahl­te die Frau die Ma­te­ri­al­kos­ten in Hö­he von 700 Eu­ro, Ar­beits­stun­den ha­be er nicht ver­langt. Das sei ein Freund­schafts­dienst ge­we­sen. Rich­te­rin Ries stell­te das Ver­fah­ren ge­gen Auf­la­gen ein. Bei­de Frau­en müs­sen je 240 Eu­ro an ge­mein­nüt­zi­ge Ver­ei­ne zah­len.

Was mit der 2025-Eu­ro-Rech­nung ge­schieht, könn­te in ei­ner an­de­ren Ver­hand­lung zi­vil­recht­lich ge­klärt wer­den, wenn die Fir­ma klagt. Die­ser Sach­ver­halt wur­de am Mitt­woch aber nicht the­ma­ti­siert.

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