Es kann war­ten

Donauwoerther Zeitung - - Donauwörth - VON JÜR­GEN ZIEGELMEIR re­dak­ti­on@do­nau­wo­er­t­her zei­tung.de

Wie schön ist es, dass sich das Wet­ter in die­sen Ta­gen von sei­ner bes­ten Sei­ten zeigt. Könn­te es re­den, wür­de es sa­gen: „Komm nach drau­ßen, denn es lässt sich so viel in der frei­en Na­tur un­ter­neh­men.“Wä­re da nicht die Son­ne, die uns so viel Freu­de be­schert, uns aber gleich­zei­tig auch Din­ge of­fen­bart, die we­ni­ger schön sind.

Wie recht hat­te Gün­ther Sigl doch, als er vor et­wa drei Jahr­zehn­ten in dem Lied be­schrieb, was uns ge­ra­de jetzt ein Lä­cheln ins Ge­sicht zau­bert: „Es ist wie­der Som­mer in der Stadt!“Na­tür­lich mag nicht je­der nackt durch den Eng­li­schen Gar­ten ren­nen, oder high auf dem Mo­n­op­te­ros sit­zen, wie Sigl iro­nisch singt. Schließ­lich gibt es doch ge­nü­gend an­de­re Din­ge, zu de­nen die­se Hit­ze ein­lädt. Zum Schwim­men im See, Dö­sen im Gras, oder Be­such im Bier­gar­ten zum Bei­spiel, nur um drei von vie­len Bei­spie­len zu nen­nen. Doch die Son­ne zeigt uns an­de­rer­seits auch gna­den­los, was sich hin­ter der Tür ver­birgt, die uns ins Freie führt.

Die Fens­ter­schei­ben sind schmut­zig und auf den Mö­beln sam­melt sich Staub. War­um wird das ge­ra­de an den hel­len Ta­gen be­son­ders gut sicht­bar? Vi­el­leicht soll­ten wir uns nun, statt zum Staub­sau­ger zu grei­fen, an den Rat­schlag hal­ten, den die Spi­der Mur­phy Gang in ih­rem Lied ver­ges­sen hat: Lass es sein, das Put­zen kann war­ten – denn, wir soll­ten die­ses Wet­ter ge­nie­ßen, so lan­ge es noch hält.

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