So soll Mer­tin­gens Orts­kern 2020 aus­se­hen

In­fra­struk­tur Der Weg für die mo­der­ne Kon­zern­zen­tra­le samt Park­haus ist frei. Im Herbst sol­len die Bau­ar­bei­ten be­gin­nen. Das Pro­jekt wird das Dorf deut­lich ver­än­dern. Was genau ge­plant ist, wur­de jetzt vor­ge­stellt

Donauwoerther Zeitung - - Donauwörth - VON HEL­MUT BISSINGER

Mer­tin­gen Ein Pro­jekt die­ser Grö­ßen­ord­nung gibt es nicht oft im Land­kreis. Frei­lich war­ten die Mer­tin­ger schon lan­ge dar­auf und ei­gent­lich hät­te der Ver­wal­tungs­kom­plex der Mol­ke­rei Zott in der Orts­mit­te schon fer­tig sein sol­len. Doch in der Füh­rungs­zen­tra­le der Groß­mol­ke­rei hat­ten zu­nächst andere Pro­jek­te Prio­ri­tät. Jetzt aber sind al­le Wei­chen für den Neu­bau der Un­ter­neh­mens­zen­tra­le ge­stellt. Der Bau­an­trag pas­sier­te nun den Ge­mein­de­rat. Vor­aus­sicht­lich noch im drit­ten Quar­tal des Jah­res kön­nen die Bau­ma­schi­nen auf­fah­ren.

Es wird si­cher die größ­te Bau­stel­le, die es im Orts­kern von Mer­tin­gen je ge­ge­ben hat. Über Jah­re ha­ben die Mer­tin­ger mit ei­ner to­ten le­ben müssen, jetzt aber wird dort die Un­ter­neh­mens­zen­tra­le der Mol­ke­rei ih­ren Sitz be­kom­men. „Wir freu­en uns sehr, dass Zott sich in der Mit­te des Or­tes an­sie­delt“, freut sich Bür­ger­meis­ter Al­bert Loh­ner. Ar­chi­tekt Oli­ver Kaps stell­te dem Ge­mein­de­rat den Um­fang der Bau­maß­nah­me vor.

Wie viel Geld der Neu­bau genau ver­schlin­gen wird, will Zott nicht öf­fent­lich ma­chen. Von ei­nem mitt­le­ren acht­stel­li­gen Be­trag kann aber dem Ver­neh­men nach aus­ge­gan­gen wer­den.

Das Münch­ner Ar­chi­tek­tur­bü­ro Baum­schla­ger Hut­ter Part­ners hat die ur­sprüng­li­chen Plä­ne in en­ger Ab­stim­mung mit Zott noch ein­mal gründ­lich ge­än­dert. Das Bau­vor­ha­ben um­fasst den Neu­bau der Ver­wal­tung so­wie ei­ner Hoch­ga­ra­ge mit Ge­wer­be­flä­chen und Fit­ness­räu­men. Die Fas­sa­de des ur­sprüng­li­chen Mol­ker­ei­ge­bäu­des wur­de er­hal­ten und wird in den Neu­bau­kom­plex in­te­griert. Das Ver­wal­tungs­ge­bäu­de wird durch die Ried­stra­ße im Nor­den, die Wör­th­feld­stra­ße im Wes­ten und der Dr.-Stei­che­le-Stra­ße im Sü­den be­grenzt. Die Hoch­ga­ra­ge liegt nörd­lich der Ried­stra­ße und öst­lich der Wör­th­feld­stra­ße.

Der Neu­bau setzt sich dem­nach aus drei Bau­kör­pern und ei­nem Park­haus zu­sam­men. Di­rekt am Ze­hent­platz liegt das drei­ge­schos­si­ge Ein­gangs­ge­bäu­de. Dort soll es im Erd­ge­schoss zur Ver­pfle­gung der An­ge­stell­ten ei­ne „Zot­te­ria“und ein zen­tra­les Foy­er ge­ben. Die Be­spre­chungs­räu­me für Be­su­cher wur­den im Ober­ge­schoss ge­plant, dar­über lie­gen die Schu­lungs­räu­me mit TerF­rei­flä­che ras­se. Über die­ses Ge­bäu­de wird der „Alt­bau“, der Ar­chi­tekt nennt so das Be­stands­ge­bäu­de, an­ge­bun­den. Der mitt­le­re, vier­ge­schos­si­ge Neu­bau ist Bü­ro­ar­beits­plät­zen vor­be­hal­ten. Die Räu­me sol­len hier so fle­xi­bel ge­plant wer­den, dass je­der­zeit oh­ne gro­ßen bau­li­chen Auf­wand ei­ne Umor­ga­ni­sa­ti­on mög­lich ist.

Im öst­li­chen Ge­bäu­de, eben­falls vier­ge­schos­sig, wird die Ge­schäfts­füh­rung ih­ren Platz fin­den. An­ge­glie­dert ist hier ein gro­ßer In­nen­hof. Ins­ge­samt ent­ste­hen Bü­ro­ar­beits­plät­ze für rund 380 Mit­ar­bei­ter. Sie kön­nen auch die Hoch­ga­ra­ge nut­zen. Dort ste­hen ne­ben 380 Stell­plät­zen auch cir­ca 90 Fahr­rad­stell­plät­ze zur Ver­fü­gung.

Wie der Ar­chi­tekt aus­führ­te, be­kom­men Un­ter­neh­mens­zen­tra­le und Park­haus ei­ne „hoch­wer­ti­ge Fas­sa­de aus Zie­gel­mau­er­werk“. Wert ha­be man auf gro­ße Fens­ter mit zu­sätz­li­chen Lüf­tungs­flü­geln ge­legt. Ei­ne Ein­heit sol­len die Bau­kör­per – auch das Park­haus er­hält ei­ne Zie­gel­fas­sa­de – durch die Ma­te­ri­al­wahl. Kaps: „Ei­ne Re­mi­nis­zenz zum ehe­ma­li­gen Werk 1 der Mol­ke­rei Zott.“

Gro­ße Be­deu­tung misst der Ar­chi­tekt den Frei­an­la­gen zu. Die „Zot­te­ria“wird ei­nen groß­zü­gi­gen Au­ßen­be­reich zum Ze­hent­platz er­hal­ten. Und spä­tes­tens da kommt die Kom­mu­ne wie­der ins Spiel: Sie will par­al­lel zur End­pha­se der Bau­ar­bei­ten für die Un­ter­neh­mens­zen­tra­le mit der Gestal­tung des Um­fel­des und des Ze­hent­plat­zes be­gin­nen.

Das neue Ge­sicht der Mer­tin­ger Orts­mit­te soll sich 2020 zei­gen.

Ent­wurf: Baum­schla­ger Hut­ter Part­ners

Ein Hauch von Stadt wird ab 2020 durch das Orts­zen­trum von Mer­tin­gen we­hen, denn die neue Un­ter­neh­mens­zen­tra­le der Mol­ke­rei Zott wird mo­dern und vor al­lem groß. Al­te Ele­men­te wer­den in­te­griert und auch die Bürger sol­len von dem Neu­bau et­was ha­ben.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.