Ein gro­ßer Deut­scher

Donauwoerther Zeitung - - Erste Seite - VON WAL­TER ROL­LER ro@augs­bur­ger all­ge­mei­ne.de

Gro­ße Män­ner ma­chen Ge­schich­te, und Hel­mut Kohl war ein gro­ßer Mann.

Der CDU-Po­li­ti­ker, der das Land 16 Jah­re lang führ­te und ein Vier­tel­jahr­hun­dert an der Spit­ze der gro­ßen Volks­par­tei stand, steht in ei­ner Rei­he mit den deut­schen Staats­män­nern von his­to­ri­schem Rang. Die her­aus­ra­gends­te Leis­tung Kohls be­stand dar­in, die Deut­schen fried­lich wie­der­ver­eint zu ha­ben.

Er war der „Kanz­ler der Ein­heit“, der im Jah­re 1989 die un­ver­hoff­te Chan­ce ei­ner Über­win­dung der jahr­zehn­te­lan­gen Tren­nung er­kann­te und mit traum­wand­le­ri­scher Si­cher­heit nutz­te. Und er war ein gro­ßer Eu­ro­pä­er, der das eu­ro­päi­sche Frie­dens­pro­jekt un­er­müd­lich vor­an­ge­trie­ben und mit der Ein­füh­rung des Eu­ro ge­krönt hat. Un­ter Kohl hat Deutsch­land sei­nen Platz in der Mit­te des Kon­ti­nents ge­fun­den – um­ringt von Freun­den, un­wi­der­ruf­lich ein­ge­bet­tet in die Eu­ro­päi­sche Uni­on.

Im Le­ben des Macht­po­li­ti­kers Kohl, des­sen letz­te Jah­re von tra­gi­schen Er­eig­nis­sen wie dem Sui­zid sei­ner Frau und sei­ner schwe­ren Krank­heit ge­prägt wa­ren, gab es auch Schat­ten­sei­ten: den Spen­den­skan­dal, die Re­form­mü­dig­keit zum En­de sei­ner Ära, das Zer­würf­nis mit der CDU. Vor der Ge­schich­te je­doch zäh­len die Ta­ten Kohls für Deutsch­land und Eu­ro­pa.

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