Be­dro­hung von al­len Sei­ten

Donauwoerther Zeitung - - Politik - VON MICHA­EL POHL pom@augs­bur­ger all­ge­mei­ne.de

In jüngs­ter Ver­gan­gen­heit rich­te­te sich der Blick bei ex­tre­mis­ti­scher Ge­walt vor al­lem auf Is­la­mis­mus und rechts­ra­di­kal mo­ti­vier­te An­schlä­ge ge­gen Flücht­lings­un­ter­künf­te. Da­bei ge­riet bei vie­len in Ver­ges­sen­heit, dass die de­mo­kra­ti­sche Ge­sell­schaft nach wie vor auch von Links­ex­tre­mis­ten be­droht wird. Im­mer wie­der gab es Brand­an­schlä­ge auf Bü­ros und Fahr­zeu­ge po­li­tisch An­ders­den­ken­der – et­wa AfD-Po­li­ti­ker. Oder es wur­den sch­licht par­ken­de Au­tos in Ber­lin und Hamburg ab­ge­fa­ckelt. Jetzt rich­ten sich die jüngs­ten Sa­bo­ta­ge­ak­te blind­lings ge­gen Bahn­kun­den und da­mit die brei­te Be­völ­ke­rung.

Es mag vie­le gu­te Grün­de ge­ben, beim G20-Gip­fel ge­gen die in­ter­na­tio­na­len (wie man sie heu­te halb ver­ächt­lich nennt) „Po­li­tik-Eli­ten“zu de­mons­trie­ren. Die kri­mi­nel­le Ge­walt von „Links­au­to­no­men“und an­de­ren ra­di­ka­len Kra­wall­tou­ris­ten dis­kre­di­tiert aber in ers­ter Li­nie den Pro­test eh­ren­wer­ter De­mons­tran­ten, die ihr de­mo­kra­ti­sches Grund­recht wahr­neh­men.

Dass Groß­gip­fel wie jetzt in Hamburg oder 2015 in El­mau zu teu­ren, ein­gei­gel­ten Hoch­si­cher­heits­ver­an­stal­tun­gen wer­den, ist ein trau­ri­ges Zei­chen, dass sich die De­mo­kra­tie ge­gen Ex­tre­mis­mus von al­len Sei­ten ver­tei­di­gen muss.

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