Kom­pro­miss beim Face­book Ge­setz

Bun­des­tag Uni­on und SPD ei­ni­gen sich im Kampf ge­gen Hass­kri­mi­na­li­tät und Fa­ke News

Donauwoerther Zeitung - - Politik -

Ber­lin Nach lan­gem Ge­zer­re hat die Gro­ße Ko­ali­ti­on die letz­ten strit­ti­gen Punk­te beim Ge­setz zur Be­kämp­fung von Fal­sch­mel­dun­gen und Het­ze im In­ter­net aus­ge­räumt. Da­mit kön­ne das Ge­setz von Bun­des­jus­tiz­mi­nis­ter Hei­ko Maas (SPD) in der kom­men­den Wo­che vom Bun­des­tag ver­ab­schie­det wer­den, teil­ten Frak­ti­ons­ver­tre­ter von SPD und CDU am Frei­tag über­ein­stim­mend mit. Das Ge­setz nimmt In­ter­net­kon­zer­ne wie Face­book in die Pflicht, rechts­wid­ri­ge In­hal­te schnel­ler zu lö­schen.

Maas sprach von ei­nem „gu­ten Er­geb­nis“. Im Ge­set­zes­text sei­en „sinn­vol­le Klar­stel­lun­gen“er­reicht wor­den. „Die­ses Ge­setz löst nicht al­le Pro­ble­me, und doch ist es ein wich­ti­ger Schritt zur Be­kämp­fung von Hass­kri­mi­na­li­tät und straf­ba­ren Fa­ke News (Fal­sch­nach­rich­ten) in so­zia­len Netz­wer­ken“, er­klär­te der Jus­tiz­mi­nis­ter.

Kri­ti­ker des Ge­set­zes hat­ten be­fürch­tet, dass In­ter­net­kon­zer­ne im Zwei­fel auch recht­mä­ßi­ge In­hal­te lö­schen, um Buß­gel­der in Hö­he von bis zu 50 Mil­lio­nen Eu­ro zu ver­mei­den. Die Nach­bes­se­run­gen an dem Ge­setz­ent­wurf se­hen nun un­ter an­de­rem ei­ne Lo­cke­rung der Sie­benTa­ge-Frist zur Lö­schung von straf­wür­di­gen In­hal­ten vor, um den Kon­zer­nen mehr Spiel­raum zu ge­ben. Au­ßer­dem müs­se ge­ra­de bei Mei­nungs­äu­ße­run­gen nun auch der Kon­text bei der Über­prü­fung der In­hal­te ein­be­zo­gen wer­den.

Un­ter­des­sen fass­te der Bun­des­tag in sei­ner vor­letz­ten Sit­zungs­wo­che vor der Som­mer­pau­se wich­ti­ge Be­schlüs­se:

Ur­tei­le ge­gen schwu­le Män­ner Tau­sen­de ho­mo­se­xu­el­le Jus­ti­zop­fer wer­den re­ha­bi­li­tiert. Als fi­nan­zi­el­le Ent­schä­di­gung sind laut dem ein­stim­mig ver­ab­schie­de­ten Ge­setz pro Per­son pau­schal 3000 Eu­ro vor­ge­se­hen so­wie 1500 Eu­ro für je­des an­ge­fan­ge­ne Jahr im Ge­fäng­nis. Be­vor die Re­ge­lung in Kraft tritt, muss der Bun­des­rat zu­stim­men – was als si­cher gilt. Der frü­he­re Pa­ra­graf 175 des Straf­ge­setz­buchs hat­te se­xu­el­le Hand­lun­gen zwi­schen Män­nern un­ter Stra­fe ge­stellt. Auf sei­ner Ba­sis wur­den nach Schät­zun­gen 64000 Men­schen ver­ur­teilt. Von der Re­ha­bi­li­tie­rung aus­ge­schlos­sen sind Be­trof­fe­ne, wenn sie we­gen se­xu­el­ler Hand­lun­gen mit un­ter 16-Jäh­ri­gen ver­ur­teilt wur­den.

Ur­teils­ver­kün­dun­gen im TV Die Lo­cke­rung des seit 1964 be­ste­hen­den Ver­bots von Fern­seh- und Rund­funk­auf­nah­men in Ge­richts­sä­len soll für mehr Trans­pa­renz bei den obers­ten Bun­des­ge­rich­ten sor­gen. Das Par­la­ment be­schloss ein­stim­mig, dass ei­ne Über­tra­gung durch die Me­di­en al­ler­dings in je­dem Ein­zel­fall von der Zu­stim­mung des je­wei­li­gen Ge­richts ab­hän­gig ist. Er­laubt ist künf­tig zu­min­dest die Über­tra­gung von münd­li­chen Ver­hand­lun­gen in ei­nen Ar­beits­raum für Me­di­en­ver­tre­ter, was bis­her nicht zu­läs­sig war.

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