Häft­lin­ge sol­len Kais­hei­mer Bür­ger wer­den

Initia­ti­ve Bür­ger­meis­ter Mar­tin Scharr will Kom­mu­ne zu mehr Geld ver­hel­fen

Donauwoerther Zeitung - - Jura -

Kais­heim Um die fi­nan­zi­el­le Si­tua­ti­on der Markt­ge­mein­de Kais­heim zu ver­bes­sern, will Bür­ger­meis­ter Mar­tin Scharr nichts un­ver­sucht las­sen. Im Ge­mein­de­rat kün­dig­te er ei­ne Initia­ti­ve an, mit der Kais­heim auf ei­nen Schlag deut­lich mehr of­fi­zi­el­le Ein­woh­ner – und da­mit auch mehr Steu­er­ein­nah­men – be­kom­men soll.

Be­kannt­lich ist die Ge­mein­de ziem­lich klamm. Gleich­zei­tig ha­ben die Mit­ar­bei­ter im Rat­haus laut Scharr deut­lich mehr Ar­beit als in an­de­ren Kom­mu­nen die­ser Grö­ße. Grund: Im Ort be­fin­det sich ei­ne Jus­tiz­voll­zugs­an­stalt (JVA). Wenn in die­se neue Häft­lin­ge ein­rü­cken oder bis­he­ri­ge ver­legt oder ent­las­sen wer­den, muss auch das Ein­woh­ner- mel­de­amt in Kais­heim tä­tig wer­den. Zum ei­gent­li­chen An- und Ab­mel­de­pro­ze­de­re kä­men zahl­rei­che An­fra­gen. „Für un­ser Ein­woh­ner­mel­de­amt be­deu­tet das den dop­pel­ten Per­so­nal­auf­wand“, er­klärt Scharr ge­gen­über un­se­rer Zei­tung. Ganz ab­ge­se­hen da­von er­hö­he ein Ge­fäng­nis nicht ge­ra­de die At­trak­ti­vi­tät ei­ner Kom­mu­ne.

Was den Rat­haus­chef, der vor sei­nem Amts­an­tritt selbst in ei­ner JVA tä­tig war, wurmt: Die dau­er­haf­ten Häft­lin­ge im hie­si­gen Ge­fäng­nis wer­den ge­son­dert be­trach­tet, sind al­so kei­ne Ein­woh­ner von Kais­heim. Folg­lich er­hält die Ge­mein­de für die­se Män­ner auch kei­nen An­teil an der Ein­kom­mens­steu­er. Die stellt für Kais­heim die wich- tigs­te Ein­nah­me­quel­le dar. Heu­er sind es 2,1 Mil­lio­nen Eu­ro.

In der Sit­zung sag­te Scharr: „Es ist für uns wich­tig, dass wir es schaf­fen, die 450 bis 500 ge­mel­de­ten In­sas­sen als Ein­woh­ner von Kais­heim zu be­kom­men.“Da­mit wür­de die Markt­ge­mein­de von gut 3800 auf rund 4300 Ein­woh­ner wach­sen.

Auf An­fra­ge un­se­rer Zei­tung er­klärt der Bür­ger­meis­ter, er wol­le al­le baye­ri­schen Kom­mu­nen ver­gleich­ba­rer Grö­ße, die sich in ei­ner sol­chen Si­tua­ti­on be­fin­den, an ei­nen Tisch brin­gen. Scharr nennt Nie­der­schö­nen­feld und Ebrach als Bei­spie­le. Die Kom­mu­nen mit Ge­fäng­nis­sen hät­ten auch zu ver­kraf­ten, dass sich seit der Ab­schaf­fung der Re­si­denz­pflicht im­mer we­ni­ger JVA-Be­diens­te­te im je­wei­li­gen Ort an­sie­del­ten. Ge­mein­sam soll­te man ver­su­chen, bei den po­li­tisch Ver­ant­wort­li­chen Ge­hör zu fin­den. (wwi)

Fo­to: Widemann

Die Häft­lin­ge der Jus­tiz­voll­zugs­an­stalt Kais­heim ma­chen der Ge­mein­de­ver­wal tung viel Ar­beit.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.