Kin­der­le­bens­mit­tel un­ter der Lu­pe

„Mampf“Spe­zi­el­le Pro­duk­te für Kin­der sind nicht im­mer die bes­se­re Wahl – im Ge­gen­teil

Donauwoerther Zeitung - - Landkreis - VON LUI­SA RISS

Ge­sun­de und rich­ti­ge Er­näh­rung ist ein wich­ti­ges The­ma, das vie­le täg­lich be­schäf­tigt. Vor al­lem bei Kin­dern möch­te man auf ei­ne aus­ge­wo­ge­ne Er­näh­rung ach­ten und ih­nen da­bei nichts ver­weh­ren müs­sen. In un­se­rer DZ-Se­rie „Mampf“er­klä­ren Ex­per­ten des Am­tes für Er­näh­rung, Land­wirt­schaft und Fors­ten Nörd­lin­gen, wie das bei den klei­nen Schle­cker­mäu­lern bis drei Jah­ren ge­lin­gen kann. Land­kreis Kin­der­le­bens­mit­tel lie­gen voll im Trend und wer­den ge­konnt ver­mark­tet. Häu­fig wird für kind­ge­rech­te, ge­sun­de und er­näh­rungs­phy­sio­lo­gisch pas­sen­de Pro­duk­te ge­wor­ben, die El­tern wie Kin­der glei­cher­ma­ßen an­spre­chen. Di­plom-Öko­tro­pho­lo­gin Bet­ti­na Ge­i­nitz vom Fo­rum für Ge­sund­heit/ Ries Apo­the­ke in Nörd­lin­gen er­klärt, dass vor al­lem die Ver­mark­tung der so­ge­nann­ten Kin­der­le­bens­mit­tel kri­tisch zu be­trach­ten sei. „Wer­bung und Ver­pa­ckung der Pro­duk­te neh­men Ein­fluss auf El­tern und Kin­der und letzt­lich auf das Kon­sum­ver­hal­ten.“Im­mer öf­ter sind auf Kin­der­le­bens­mit­teln Zei­chen­trick­fi­gu­ren aus Fil­men und Se­ri­en zu fin­den, die vor al­lem Kin­der an­spre­chen.

In dem Vor­trag mit Work­shop „Kin­der­le­bens­mit­tel un­ter der Lu­pe“hat es sich Bet­ti­na Ge­i­nitz zur Auf­ga­be ge­macht, El­tern nä­her­zu­brin­gen, dass Qua­li­tät so­wie Wich­tig- und Rich­tig­keit von Le­bens­mit­teln nicht von Wer­bung oder Preis, son­dern pri­mär von den Zu­ta­ten und Nähr­wer­ten be­stimmt wird. „Es geht dar­um zu er­ken­nen, dass nicht der Spruch oder das Bild auf dem Eti­kett der Ga­rant für Qua­li­tät und Nut­zen ei­nes Pro­duk­tes ist, son­dern dass viel mehr da­hin­ter­steckt“, so die Di­plom-Öko­tro­pho­lo­gin. Mit­hil­fe von zahl­rei­chem An­schau­ungs­ma­te­ri­al und mit Be­zug zur Le­bens­mit­tel­py­ra­mi­de be­kom­men El­tern kon­kre­te Tipps und Vor­ga­ben, um sich in dem Le­bens­mit­teld­schun­gel der Su­per­märk­te zu­recht­zu­fin­den. Bei Ge­trän­ken sei bei­spiels­wei­se zu be­ach­ten, dass vor al­lem fer­ti­ge Saft­schor­len oft zu viel Zu­cker und künst­li­che Aro­men ent­hal­ten. Obst und Ge­mü­se soll­ten laut Ge­i­nitz un­be­dingt ge­kaut wer­den, um Sprach­ent­wick­lung und Kie­fer­mus­ku­la­tur zu för­dern. „Auf den Trend zum Obst­mus aus der Tu­be ver­zich­tet man bes­ser.“Koh­len­hy­dra­te wie Brot, Voll­korn­müs­li, Nu­deln, Kar­tof­feln oder Reis sind wich­tig und soll­ten bei kei­ner Haupt­mahl­zeit feh­len. Da­bei rät die Ex­per­tin zum Bei­spiel, Voll­korn­ha­fer­flo­cken als Grund­la­ge ei­nes ge­sun­den Müs­lis zu ver­wen­den. Die­ses kann auch durch fri­sches Obst „ge­süßt“wer­den. Corn­flakes, Ce­rea­li­en oder Müs­li­mi­schun­gen, die jeg­li­che Art von Zu­cker ent­hal­ten, soll­ten le­dig­lich in klei­nen Men­gen als Ex­tra zu­ge­ge­ben wer­den. Bei Milch­pro­duk­ten für Kin­der wird oft da­mit ge­wor­ben, dass sie viel Milch, Kal­zi­um und Vit­ami­ne ent­hal­ten und so­mit gut für die Kno­chen sind. „Na­tur­jo­ghurt mit Früch­ten, Ha­fer­flo­cken und na­tür­li­cher Sü­ße zu ver­fei­nern, ist de­fi­ni­tiv die bes­se­re Al­ter­na­ti­ve zu Kin­der­jo­ghurts“, so Ge­i­nitz. Fälsch­li­cher­wei­se wer­den Kin­der­le­bens­mit­tel oft­mals als wich­ti­ger Be­stand­teil der Er­näh­rung der Klei­nen an­ge­se­hen. „Auf­grund der In­halts- und Zu­satz­stof­fe soll­ten sie aber eher als Sü­ßig­kei­ten be­trach­tet wer­den, die nur maß­voll kon­su­miert wer­den“, meint die Er­näh­rungs­ex­per­tin. Das Ziel ih­res Vor­trags und Work­shops de­fi­niert Ge­i­nitz ganz klar: „Ich möch­te den Blick auf Re­le­van­tes ge­ben und im Fall von (Kin­der-)Le­bens­mit­teln ist es wich­tig, die Zu­ta­ten­lis­ten und Nähr­wert­ta­bel­len im Au­ge zu be­hal­ten und sich eben nicht von Wer­bung ab­len­ken zu las­sen.“Auch die Ver­mitt­lung ei­nes Be­wusst­seins an Kin­der ha­be gro­ße Be­deu­tung, fügt Ge­i­nitz hin­zu.

In­fo Der Vor­trag mit Le­bens­mit­tel work­shop Bet­ti­na Ge­i­nitz fin­det am Di­ens­tag, 27. Ju­ni, von 9 bis 10.30 Uhr, im AELF Nörd­lin­gen, Os­kar May­er Stra­ße 51 statt. Wei­te­re In­for­ma­tio­nen zu kos­ten­lo­sen Kur­sen zum The­ma Er­näh rung und Be­we­gung von Kin­dern bis drei Jah­re gibt es un­ter www.aelf nd.bay ern.de/er­na­eh­rung, bei In­ge Ams­lin­ger un­ter 09081/210649.

Fo­to: Alex­an­der Ka­ya

Ein Lä­cheln der Kin­der beim Es­sen wün­schen sich wohl al­le El­tern – da­mit das ge lingt, greift manch ei­ner auch zu Sü­ßem.

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