Mensch und Na­tur

Donauwoerther Zeitung - - Meinung & Dialog -

Zu „Was ist uns die Na­tur?“(Feuille­ton) vom 25. Ju­ni: Al­so mir scheint eher der Ver­fas­ser des Ar­ti­kels ein we­nig der Ro­man­ti­ker zu sein, und – wie für unsere Zeit so ty­pisch – ei­ne „an­ge­neh­me Lö­sung“fin­den zu wol­len. Ers­tens spricht er in ihm ver­mehrt von „Hei­lung“, ob­wohl die Na­tur, so­lan­ge sie den Men­schen trägt, auch aus­hal­ten kann; wenn nicht mehr, wird sie sich schüt­teln wie ein be­gos­se­ner Pu­del, ihn da­mit ab­schüt­teln und wohl wei­ter auf sei­nem Kno­chen her­um­kau­en. Denn es ist nicht die Na­tur, die jam­mert, wenn ein Or­kan die West­küs­te von Ame­ri­ka heim­sucht oder in ei­nem Lon­do­ner Hoch­haus Men­schen um­kom­men. Und genau die­se Art Mensch, die nicht be­reit ist, Op­fer zu brin­gen, re­det von Hei­lung und wo­mög­lich auch Ret­tung der Na­tur. Mei­nes Erach­tens scheint der Mensch noch nichts von sei­ner Ego­zen­trik ab­ge­zo­gen zu ha­ben, und ver­leum­det nur noch zu ger­ne den Af­fen in sich. Die ro­man­ti­sche Krö­nung bie­tet auch der Schluss­spurt des Ar­ti­kels im letz­ten Satz, denn bei al­ler Über­be­völ­ke­rung, wird sich wohl nicht die Lie­be, son­dern der Hass un­ter den Men­schen aus­brei­ten dür­fen.

Ste­ve Lip­pold, Ot­to­beu­ren Augs­bur­ger All­ge­mei­ne Brie­fe an die Zei­tung Post­fach:

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