Ge­fähr­li­ches Vi­rus in Pfer­de­stall

Krank­heit hat dras­ti­sche Fol­gen

Donauwoerther Zeitung - - Jura | Landkreis -

Do­nau­wörth/Tag­mers­heim In Tag­mers­heim ist in ei­nem Be­trieb, in dem Pfer­de ge­hal­ten wer­den, ei­ne für die Tie­re ge­fähr­li­che Krank­heit aus­ge­bro­chen. Das Ve­te­ri­när­amt in Do­nau­wörth stell­te am Mitt­woch fest, dass drei Pfer­de von der Equi­nen in­fek­tiö­sen An­ämie (EIA) be­trof­fen sind.

Der Be­trieb wird der Be­hör­de zu­fol­ge ent­spre­chend den Vor­ga­ben der Ver­ord­nung zum Schutz ge­gen die an­ste­cken­de Blut­ar­mut der Ein­hu­fer für drei Mo­na­te ge­sperrt. Im Um­kreis von ei­nem Ki­lo­me­ter wird ein Sperr­be­zirk er­rich­tet. In die­sem müs­sen al­le Pfer­de­hal­ter ih­re Tie­re auf­stal­len und sich beim Ve­te­ri­när­amt mel­den. Die Pfer­de müs­sen kli­nisch und bluts­e­ro­lo­gisch (Cogg­in­sTest) un­ter­sucht wer­den.

Die Fol­gen kön­nen dras­tisch sein: „Po­si­tiv ge­tes­te­te Pfer­de wer­den ein­ge­schlä­fert.“Grund hier­für sei, dass we­der ei­ne Imp­fung noch ei­ne an­ti­vi­ra­le The­ra­pie ver­füg­bar be­zie­hungs­wei­se er­laubt sind und so­mit ei­ne An­ste­ckung wei­te­rer Pfer­de über Ste­ch­in­sek­ten mög­lich ist. Die üb­ri­gen Tie­re müs­sen laut Ve­te­ri­när­amt nach drei Mo­na­ten noch ein­mal nach­ge­tes­tet wer­den: „Erst wenn al­le Pfer­de in der Re­strik­ti­ons­zo­ne wie­der­holt ne­ga­tiv sind, kann die Sper­rung auf­ge­ho­ben wer­den.“

Bei der an­ste­cken­den Blut­ar­mut der Ein­hu­fer, auch Equi­ne in­fek­tiö­se An­ämie ge­nannt, han­delt es sich um ei­ne Vi­rus­er­kran­kung, die aus­schließ­lich Ein­hu­fer wie Pfer­de, Po­nys, Esel, Maul­tie­re und Maul­esel be­trifft. „Der Mensch ist nicht ge­fähr­det“, stellt das Amt klar.

Über­tra­gen wird das Vi­rus haupt­säch­lich über Ste­ch­in­sek­ten (zum Bei­spiel Brem­sen und Stech­flie­gen). Als vor­beu­gen­de Schutz­maß­nah­men wer­den ent­spre­chen­de Flie­gen­de­cken wie auch Mü­cken­schutz­mit­tel emp­foh­len. Ei­ne di­rek­te Über­tra­gung von Pferd zu Pferd ist nach An­ga­ben der Be­hör­de zwar grund­sätz­lich mög­lich, spielt aber nach wis­sen­schaft­li­chen Er­kennt­nis­sen ei­ne eher un­ter­ge­ord­ne­te Rol­le im In­fek­ti­ons­ge­sche­hen.

Die Krank­heit weist meist ei­nen an­falls­wei­sen Ver­lauf von zwei bis vier Ta­gen auf. Je nach Schwe­re­grad un­ter­schei­det man vier For­men des Krank­heits­ver­lau­fes:

Plötz­li­cher To­des­fall oh­ne kli­ni­sche Sym­pto­me (pera­ku­te Er­kran­kung).

Ho­hes Fie­ber und Mus­kel­schwä­che. Ge­le­gent­lich wer­den punkt­för­mi­ge Blu­tun­gen im Be­reich der Lid­bin­de­häu­te und der Zun­gen­un­ter­sei­te fest­ge­stellt. To­des­fäl­le sind, wenn auch sel­ten, mög­lich (aku­te Er­kran­kung).

Mü­dig­keit, Leis­tungs­de­pres­si­on, Ab­ma­ge­rung und Blut­ar­mut (chro­ni­sche Er­kran­kung).

Kei­ne kli­ni­schen Sym­pto­me. Durch Stress­fak­to­ren be­dingt kön­nen vor­über­ge­hend Sym­pto­me auf­tre­ten.

Ein­mal in­fi­zier­te Tie­re be­her­ber­gen das Vi­rus le­bens­lang und bil­den so­mit ein dau­er­haf­tes Vi­rus­re­ser­voir.

Auch au­ßer­halb des Sperr­be­zir­kes sind al­le pri­va­ten und ge­werb­li­chen Pfer­de­hal­ter im Land­kreis Do­nau-Ries an­ge­hal­ten, ih­re Tie­re beim Ve­te­ri­när­amt Do­nau-Ries (Te­le­fon 0906/74-422) an­zu­mel­den und ge­ge­be­nen­falls. Auf­fäl­lig­kei­ten an ih­ren Pfer­den, wel­che auf ei­ne In­fek­ti­on mit dem EIA-Vi­rus schlie­ßen las­sen, mit­zu­tei­len. (dz)

Sym­bol­fo­to: Ju­li­an Stra­ten­schul­te/dpa

Der Aus­bruch der Krank­heit EIA in Tag mers­heim hat für Pfer­de dras­ti­sche Fol gen.

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